Der schlagende Beweis

17.03.2019
 

Wir Menschen sind eben nicht alle gleich. Es gibt sie, die Benachteiligten. Die Menschen, die genetisch belastet früher krank werden, früher sterben. Ich spreche soeben von den Risikofaktoren, die man zum großen Teil im Blut ja messen kann. Risikofaktoren für Gefäßverkalkung, Schlaganfall, Herzinfarkt. Immer noch die häufigste Todesursache in Deutschland.


Bei „Todesursachen“ vergessen wir immer, dass dem Tod etwas vorangeht. Oft Krankheit, oft jahrelanges Leid, oft Einschränkung der Lebensqualität.

Genauso, wie Sie vergessen, dass es bei einem Unfall, einem Attentat nicht nur Tote, sondern auch Verletzte gibt. Die man dann vergisst, aus den Augen verliert. Wenn so ein Verletzter querschnittsgelähmt den Rest seines Lebens verbringen muss…


Risikofaktoren können also die Lebensqualität erheblich einschränken. Und der gefährlichste Faktor in diesem Zusammenhang heißt


Lipoprotein (a)


eine Art Cholesterin. Genetisch verankert. Von Ihnen nicht zu beeinflussen. In meinen Augen der häufigste Grund für den berühmten Spruch


„viel zu früh und unerwartet…“


Natürlich kennen Sie den Hoffnungsschimmer. Besonders, wenn Sie betroffen sind (20% der Deutschen). Den frohmedizinischen Satz: Wenn das der einzige Faktor bleibt, haben Sie gewonnen. Passiert Ihnen nichts. Das dumme ist dieses Wörtchen „der einzige“.


Sie können sich zwar vor anderen Risikofaktoren wie Zucker oder Harnsäure oder Übergewicht oder Bluthochdruck relativ leicht schützen, aber vor…. Stress? Heißt übersetzt freie Radikale? Wenn Sie ehrlich sind, wird es hier schon schwieriger.


Dennoch gibt´s einen Ausweg. Den Ausweg hat mir mitgeteilt ein Mensch, der mir ans Herz gewachsen ist. In wenigen Sätzen. Der „alte Spötter“ (News vom 14.05.2016). Der hat ein seltenes drohmedizinisches Glückserlebnis gehabt und mir das im Überschwang der Freude mitgeteilt. Darf ich?


„…als „alter Spötter“ mit mittlerweile 64 Jahren und einem hohem Lipoprotein (a) von 311nmol/l möchte ich Ihnen von meiner Untersuchung der Gefäße bei meiner Internistin berichten.

Kurz vorweg: Ich bin lebenslanger Sportler (früher Leistungsfußballer, seit 36 Jahren Langstreckenläufer bis Marathon und manchmal auch darüber, insgesamt etwa 75000 km in den Jahren) und nehme natürlich NEM und viel Eiweiß.

Nun zur Untersuchung meiner Gefäße: Im Verlaufe der Behandlung und der entsprechenden ärztlichen Erklärungen und Erläuterungen meinte die Internistin:

„Sie haben jungfräuliche Gefäße, wie ich sie selten gesehen habe und schon gar nicht in ihrem Alter!“

Ich bin aus der Praxis geschwebt!!
Wie sagen Sie immer: „Lauf um dein Leben, beweg dich“! Ich kann nur sagen, es wirkt!!“


Haben wir etwas gelernt? Da ist jemand genetisch benachteiligt. Gibt es ja wirklich. Häufig auf dieser Welt. Besonders im sozialen Kontext wird es immer wieder beklagt und bejammert von Gutmenschen. Die dann zwar nichts tun, aber die Benachteiligung für ihre Zwecke instrumentalisieren…

Jetzt kann man sich hinsetzen und weinen. Einverstanden. Man kann auch lernen, dass es eine Epigenetik gibt. Dass man Gene abschalten kann. Das tun viele Menschen, oft intuitiv. Nur leider… erwischt es auch die oft genug viel zu früh.

Wir wissen eben nie genau, wann wir ein Risiko, einen Nachteil wirklich im Griff haben. Konsequenz? Das hat uns der „alte Spötter“ erfolgreich vorgelebt:

Angreifen! Tun! Mehr tun! Noch mehr tun! Das Leben wirklich auf den Kopf stellen, um das Leben leben zu dürfen. Lange genug.

Verstanden? Der ist nicht einfach 30 Minuten gejoggt und hat gehofft… sondern der ist gelaufen. Gerannt. Um sein Leben gerannt. Und lässt sich mit 64 Jahren bescheinigen, dass er gewonnen hat.

Das gefährliche Lipoprotein (a) tatsächlich ausgeschaltet hat. Genauso interpretiert man „jungfräuliche Gefäße“.

PS: Dieses Problem, diese Frage taucht häufiger in meiner Praxis auf als Sie glauben. Wenn junge Menschen mit Herzrhythmusstörungen plötzlich erfahren, dass sie bereits Ablagerungen an den Halsschlagadern haben. Nur: Die wollen die Wahrheit nicht hören. Noch einmal: Sie wollen die Wahrheit nicht hören.

Wenn ich Ihnen zurufe „lauf um dein Leben“, dann mein ich das so. Heißt übersetzt: Wenn Sie Risikofaktoren mit sich herumtragen, dann muss Laufen Ihr Leben sein. Man lebt nicht nur 30 Minuten täglich. Verstanden?

Freilich, freilich: Wenn Sie jung, schlank, hell in der Seele, frei von Risikofaktoren durchs Leben hüpfen sollten, dann freilich… genügen 30 Minuten Joggen im Englischen Garten. Einverstanden.

 
 

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