Diabetes Typ I und das Glück

15.06.2017
 

Schreibt mir eine junge Dame, seit vier Jahren mit Diabetes Typ I „gesegnet“, über etwas ganz Abstruses, Abseitiges und Merkwürdiges. Schütteln bitte auch Sie den Kopf und wundern Sie sich:

    „Ich stehe der „allgemein üblichen“ Allgemeinmedizin und Pharmaindustrie äußerst kritisch gegenüber. Zu Recht und zum Glück!

    Ich bin nach dem ersten Schock (die Diagnose Diabetes) von Beginn an meinen eigenen Weg gegangen. Den Rat aller meiner Diabetologen (Drei!!!), weiter ALLES zu essen bin ich nicht gefolgt.

    Ich habe stattdessen umgehend meine Ernährung umgestellt und komme mit Paleo, Low- Carb und viel Bewegung gut zurecht.

    Mein Lohn: Ich benötige noch immer minimalstes Insulin, es gibt kaum noch Antikörper (!!!) und ich habe meine Krankheit erstmal ausgebremst.

    Und für meinen Diabetologen ist es NUR GLÜCK.

Man kann hier nur von Dummheit reden. Wann immer es um den Diabetes geht. Ob nun Typ I oder Typ II. Dummheit der Schulmedizin. Die sich zwangsläufig dann bei ihren Schülern, den Diabetologen (jedenfalls den meisten) niederschlagen muss. Die können ja auch nur lernen, was ihnen vorgesetzt wird.

Einmal etwas selbst ausprobieren…für mich eine Selbstverständlichkeit. Was auch immer ich Ihnen rate, was ich Ihnen verschreibe, was ich Ihnen spritze, was ich Ihnen infundiere habe ich erst einmal persönlich an mir selbst ausprobiert. In jedem Fall! Halte ich für eine Selbstverständlichkeit für einen Arzt.

Der Rat von drei Diabetologen (Fachärzten! Spezialisten!), als Diabetes Typ I - Patient weiter ALLES zu essen…ist für mich ein Straftatbestand. Fahrlässige Körperverletzung. Denn wir wissen, dass es die Blutzuckerschwankungen sind, die wirklich schaden. Den Blutgefäßen. Wenn der Blutzucker begradigt wird, und das passiert in der Ketose, ist der Diabetes – Patient weitestgehend vor Folgeschäden geschützt. Alles längst bewiesen (News v. 16.02.2016)

Wir alle kennen auch die zwei Fälle, in welchen Diabetes Typ I – Patienten vollständig gesundet sind. Das ist veröffentlicht. Wird offenbar nicht gelesen. Auch meine Praxis kann mit zwei Fällen aufwarten: Heilung von Diabetes Typ I. Aber das schöne kommt erst. Die junge Dame schickt mir erzürnt einen Artikel aus dem „Diabetiker-Ratgeber“ mit. Ich darf zitieren:

    Ohne Gluten mehr Diabetes? Sich glutenfrei zu ernähren liegt im Trend. Gluten ist das Klebereiweiß in Getreidesorten wie Weizen oder Roggen. Wer darauf verzichtet, nimmt weniger gesunde Ballaststoffe auf. Keine gute Idee, warnen US-Forscher. Womöglich erhöht sich dadurch das Risiko, an Typ II Diabetes zu erkranken.

Jetzt wird’s kriminell. Nun ja…war es schon vorher. Wenn man also auf Vollkornbrot, Vollkornnudeln, also auf Massivkohlenhydrate verzichtet, steigt das Risiko an Diabetes Typ II. Erinnert mich an die Behauptung, Macron, der neue französische Präsident, sei ein Pro-Europäer.

Sie haben verstanden: Begründet wird diese irrsinnige Warnung mit den Ballaststoffen. Die man dann weniger zu sich nehme. Meines Wissen hat die Natur Ballaststoffe in Blättern und Wurzeln versteckt, also in Salat und Gemüse. Von angebautem Getreide, erfunden vor 9000 Jahren, war jedenfalls Millionen Jahren keine Rede. Und unsere Vorfahren hatten keinen Diabetes.

Sie merken schon: Es gibt in der Medizin nichts Dummes (essen Sie als Diabetiker ALLES), was nicht durch eine noch dümmere Behauptung getoppt werden könnte (Verzicht auf Kohlenhydraten in Form von Weizen und Roggen erhöht ihr Diabetesrisiko).

Kann denn niemand mehr denken in diesem Lande? Muss die Fettsucht, das metabolische Syndrom, der Diabetes weiterhin explosionsartig sich vermehren und weiterhin unendliches Leid über unser Volk bringen?

Trocken könnte man sagen: Ja. Dummheit wird bestraft. Wenn es nur nicht die gesetzlich verankerte aufklärende Rolle der Ärzte - eine Pflicht - gäbe.

 
 

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