Dichtung und Wahrheit

21.04.2013
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Leider, leider, geht es uns gut. Leider geht es Deutschland gut. Zum großen Unglück geht es sogar der Welt sehr viel besser als noch vor wenigen Jahrzehnten. Weshalb ich leider sage? Weil dieses Wörtchen das Geschäftsmodell Medien, Presse, TV, Internet beschreibt. Die leben vom Bösen. Und Böse macht krank. Die leben also vom Krankmachen der Menschheit.

Erinnern Sie sich? Die Journalisten waren früher die Waschweiber am Dorfbrunnen. Durchhecheln. Madig machen. Missgunst verbreiten. Skandale aufbauschen. Aktuelle Beispiele gerne auf Anfrage.

Fakten sind anders. Sie sollten auch Ihre Medizin, Ihre Gesundheit auf Fakten aufbauen. Sie sollten messen, bevor Sie ... Angst haben. Fakten in Deutschland sind:

  • Wir leben länger und gesünder als noch vor 40 Jahren
  • Wir arbeiten weniger und sind dennoch reicher
  • Unsere Kinder erhalten eine höherwertige Bildung
  • Die Umwelt ist so sauber wie lange nicht mehr
  • Wir leben (historisch einmalig) mit allen unseren europäischen Nachbarn seit Jahrzehnten in Frieden
  • Gewalt und gesellschaftliche Konflikte (Bürgerkrieg) haben sich stark verringert

Und das gilt nicht nur für Deutschland. Auf dem ganzen Globus haben sich sogar nur in den letzten zwei Jahrzehnten die Lebensverhältnisse grundlegend verbessert:

  • Die Kindersterblichkeit hat sich seither halbiert
  • Der Anteil derer, die Zugang zu Bildung, Gesundheit und fließend Wasser haben, ist immens gestiegen
  • Seit den 70er Jahren hat sich die Nahrungsmittelproduktion in den Entwicklungsländern verdreifacht
  • Laut dem jüngsten Global Burden of Disease-Report verliert die Menschheit mittlerweile mehr Lebensjahre durch Übergewicht als durch Unterernährung
  • Zu keiner Zeit (zu keiner Zeit!) wurden so viele Regierungen von ihren Bürgern zumindest halbwegs demokratisch gewählt

Wir leben in einem goldenen Zeitalter. Weshalb wir dennoch düster auf die Gegenwart blicken, uns von Krisen, Katastrophen und Verfall bedrängt fühlen?

Drei Beispiele:

  1. Umfrage Allensbach 2009: Nur 20 Prozent der Deutschen halten den Zusammenhang in den Familien für stark. Das ist die publizierte öffentliche Meinung. Bezogen auf die eigene Familie waren dagegen 82 Prozent zufrieden. Das ist die erlebte Realität.
  2. Mit der Schule insgesamt zeigen sich die Bundesbürger höchst unzufrieden. Das ist die publizierte öffentliche Meinung. Die Lehrer ihrer eigenen Kinder halten mehr als 80 Prozent der Eltern laut Emnid für kompetent, fair und angegiert. Das ist erlebtes Fakt.
  3. Auf Platz eins der amerikanischen Sachbuch-Bestsellerliste findet sich "Amerika the beautiful". Handelt davon, wie das Land sich neu erfinden kann. In Deutschland finden Sie das unsägliche Traktat "Ego" von Frank Schirrmacher.

Aufwachen? Ändern? Es genügt doch, sich wirklich einmal klar zu machen, dass die Waschweiber am Dorfbrunnen kein Maßstab sind. Tun Sie Deutschland einen großen Gefallen: Kaufen Sie jeden Montag den Spiegel und werfen Sie ihn... ungelesen sofort in den Papierkorb. Sie tun dem Spiegelverlag, der ja den Redakteuren gehört (finanziell direkt gehört) einen Riesengefallen, und Ihrer Seele auch.

Quelle: DIE ZEIT, 21.03.13

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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