Die empfindliche Generation

27.12.2014
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Wir sind empfindlicher geworden. Jeder langjährig praktizierender Arzt wird Ihnen das bestätigen. Vor Jahrzehnten, noch vor 10 Jahren waren die Menschen „stabiler“. Resistenter. Nicht so anfällig. Ursache? Fällt uns in Deutschland selbstverständlich sofort die harte Zeit nach dem zweiten Weltkrieg ein. Die Generation war zäher. Stimmt natürlich. Nur: Die obigen Bemerkungen stammen aus der USA. Gelten also auch dort. 

  • Beispiel Impfung. Windpocken. War bisher praktisch zu 100 % sicher. Heute dürfen etwa     30 % der Bevölkerung gar nicht geimpft werden. Weisen Kontraindikationen auf. Das Risiko dieser Impfung in den USA ist heute höher als das Risiko der normalen Erkrankung.
  • Beispiel Erdnussbutter: Vor 10, 20 Jahren das normale Pausenbrot der Schüler. Sind heute – weil gefährlich, Stichwort Allergie – ganz offiziell vom Pausenhof verbannt. 
  • Beispiel: Autismus. Vor einer Generation praktisch unbekannt. Vor 10 Jahren ein Kind von 150, heute ein Kind aus 68. Erkrankungsrate steil zunehmend.
  • Beispiel Asthma, Beispiel Lernschwierigkeiten: In nur 10 Jahren hat sich die Anzahl der betroffenen Kinder verdoppelt. Von 12,8 % 1994 auf 26 % in 2006.
  • Beispiel Masern: Hat dank Impfung dramatisch abgenommen. Aber: Früher starb eines von 10 tausend Kindern an Masern, heute eines von tausend. Also 10-mal schlimmer geworden.
  • Autoimmunkrankheiten wie MS: Hat (bei Frauen) zwischen 1980 und 1999 sich verdoppelt.

Was ist los? Was geht hier vor? Wir haben Gott sei Dank doch eine immer bessere Gesundheitsvorsorge, kompetente Behandlung von Erkrankten, Möglichkeiten auch mit ernsten Krankheiten immer besser fertig zu werden. Und dennoch: Die obigen Fakten. Jedem praktischen Arzt natürlich bekannt.

Denke ich nur an die drastische Zunahme der Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Also Menschen, die nur eingeschränkt essen können. Oft praktisch nichts mehr. Sofort Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall bekommen. Vor 30 Jahren praktisch unbekannt, heute fast jeder Dritter (meiner Patienten). 

Was ist hier los? Genetik scheidet aus. In so kurzen Jahren ändern sich unsere Gene nicht. Also… Epigenetik. Unser Lebensstil. Unsere Umwelt. 

Und da fällt jedem von uns zwanglos die wahrscheinlich gleiche Erklärung ein. Abhilfe? Keine möglich. Ich bin kein Politiker, ich muss nichts schön reden. Also noch einmal: Abhilfe? Nicht möglich.

Ausweg? Selbstverständlich möglich. Was glauben Sie, weshalb ich aus der Stadt aufs flache Land umgezogen bin und einen Garten angelegt habe? Was glauben Sie, weshalb ich täglich laufe? Was glauben Sie, weshalb ich täglich meditiere? Und was glauben Sie, weshalb meine – Sie wissen schon – kleine Frau seit Wochen so glücklich ist, weil sie von Tatar, also rohem Fleisch leben kann. So weit bin ich noch nicht.

 
 
 

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