Die Erneuerung der Medizin

09.08.2015
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Eine glänzende Idee. Ein vorzüglicher Vorschlag. Außerordentlich gelungene Gedanken in einem Leserbrief der „ZEIT“ vom 23.07.2015, Seite 75.  Es geht um Hilfe. Um Rettung. Um good will. Um die Griechenlandrettung.

Den Vorschlag kann man eins zu eins auf die deutsche Schulmedizin übertragen. Beantwortet ein für alle Mal die Frage: Wie helfe ich meinen Patienten wirklich. Wie mache ich sie gesund, fit und glücklich.

Lesen Sie bitte mit. Der Vorschlag hier lautet: „Man sollte Griechenland an die Hand nehmen, ein 10- bis 20-jähriges Schuldenmoratorium ansetzen und eine institutionelle Erneuerung zusammen mit Fachleuten durchführen“.

Denn, sehr richtig:

„Ein Schuldenschnitt mit Sparmaßnahmen und Reformversprechungen wird nichts bringen außer leerer Kassen im Resteuropa.“

Resteuropa? Damit sind sicher auch wir gemeint. Leere Kassen? Ja freilich. Geld kann man nur einmal ausgeben. Und wenn´s weg ist, isses weg. Liebe Kita-Anwärter. Liebe mit-dem-Auto-durch-Schlaglöcher-Rumpler. Liebe nichtbesetzte Lehrerstellen in den Schulen…

Übersetzt in die Medizin: Die Ärzte sollten endlich ihre Patienten an die Hand nehmen. Sollten dann all die Fehler (Ernährung, keine Bewegung) die gemacht wurden, all die Krankheiten, die dadurch „erarbeitet“ wurden, auf die lange Bank schieben, erstmal gar nicht darüber reden und dann – jetzt kommt’s – mit Fachleuten zusammen, also Universitätsprofessoren, nicht etwa helfen, sondern eine „institutionelle Erneuerung“ durchführen. Mit Institutionen so wie der DGE.

Und das soll unsere Patienten heilen, gesund machen, glücklich machen? Glauben Sie das?

Und das soll Griechenland retten? Hier wie dort würde die helfende Hand eine gar merkwürdige Entdeckung machen:

Die wollen gar nicht.

Der massiv übergewichtige Gerne-Esser, Weintrinker... der will gar nicht. Der möchte nicht an die Hand genommen werden. Der möchte nicht bevormundet werden. Der möchte sein eigenes Leben leben.

Und wissen Sie was? Der hat Recht. Fazit: Fang bei dir an. Kümmere dich erstmal um dich. Da ist genug zu tun. Das gilt sehr wohl auch für uns Ärzte.

Nur: Wenn der um Rat frägt, der Patient… ja, dann!

 
 
 

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