Die große Enttäuschung...

24.04.2016
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erleben viele von Ihnen nach der Blutanalyse. Nicht nach der ersten, seltsamerweise: Da erwarten Sie ungute Zahlen, Lücken, Defizite. Sonst wären Sie ja gar nicht gekommen.

Nein, nein, die große Enttäuschung tritt häufig genug ein nach der Kontrollmessung. Der zweiten Analyse. Weil Sie nämlich – geschockt durch die ersten Ergebnisse – jetzt „alles richtig gemacht“ haben. Das vorgeschlagene Ergänzungsprogramm (NEM) korrekt eingehalten haben. Eiweiß gelöffelt haben noch und nöcher. Und bei der Kontrolle eigentlich nur bestätigt werden wollten.

Aber nicht werden. Eiweiß fehlt immer noch. Ist manchmal sogar abgesunken, obwohl Sie doch… Da zweifeln Sie an Ihrem Weltbild. Sie zweifeln völlig zu recht. Auch Sie haben so Glaubensätze, falsche Glaubensätze, wie sie uns Wilhem Busch so wunderschön demonstriert hat:

Solch ein Bild haben Sie von sich: Da stecken Sie etwas fröhlich hinein und… dann ist es auch da. Gefälligst. Und wenn dann die Blutanalyse beweist, dass eben nichts da ist, sind Sie fürchterlich enttäuscht. Da bricht ein Weltbild zusammen.

Ach Kinder!

Wenn Medizin so einfach wäre, würden Sie von Ihren Ärzten nie enttäuscht werden. Medizin ist nun einmal kompliziert. Auch in meinen Händen. Was Sie da oben reinstecken, erscheint noch lange nicht in Ihrem Blut.

Beispiel Eiweiß: Das wird im Darm zerlegt in einzelne oder doppelte Aminosäuren. Ja… denke ich mir immer. Hoffentlich. Hoffentlich funktioniert der Darm. Hoffentlich funktioniert das Enzymsystem Ihres Darmes. Tut es nämlich oft genug gar nicht. Da bleiben große Brocken Eiweiß übrig, unverdaut und werden wieder ausgeschieden. Sie wissen schon.
Und wenn das Eiweiß wirklich zerlegt wird, wird es durch die Darmwand ins Blut transportiert. Ja hoffentlich. Hoffentlich haben Sie solche Transportschiffchen, die diese Arbeit übernehmen. Sie sind mir da zu gutgläubig.

Und wenn die Aminosäuren in Ihrem Blut erscheinen, wenn das Aminogramm also vorzüglich ist und Sie von mir gelobt werden, dann müssen Sie noch lange nicht ein ansteigendes Gesamteiweiß beobachten. Denn: die Aminosäuren im Blut müssen ja wieder neu zusammengesetzt werden. Und hier geht meistens der Ärger los.

Wer setzt denn zusammen? Na, zum Beispiel Zink. Und weil Sie genauso wie jeder andere vernünftige Mensch häufiger einmal mit einem Virus kämpft, haben Sie gar kein Zink im Blut. Und ohne Zink können Sie kein Eiweiß aufbauen. Ein simples, schlichtes, dennoch tiefes Geheimnis. Wer weiß darum?

Weiter geht ´s: Für den Eiweißaufbau brauchen Sie aufbauende Hormone. Anabole Hormone. Mit anabol ist eiweißaufbauend gemeint. Weiß jeder Doper. Solche Hormone sind Testosteron und das Wachstumshormon. Für mich die zwei wichtigsten Substanzen in Ihrem Körper. Und die messen wir ja, häufig abgrundtief. Enttäuschend.
So leben die meisten auch Ihr Leben: Auf tiefstem Testosteronlevel. Ohne inneren Antrieb. Müssen sich ihr ganzes Leben anstrengen. Müssen sich zusammenreißen. Müssen Energie verplempern, um sich „zum Laufen zu bringen“.
Und Wachstumshormon? Unser Reparaturhormon in der Nacht. Was uns wieder frisch, munter und gesund macht nach der Tages Müh. Was die Haut straff macht (glauben Sie mir: völlig glatte Haut!). Was den Muskel aufbaut ohne jedes Training, was das Fett verbrennt ohne jede Anstrengung, was die Knochen so stark werden lässt, stärker als jede andere Substanz.
Was glauben Sie, weshalb Wachstumshormon in jeder besseren Anti-Aging-Klinik gespritzt wird? Eine Wundersubstanz. Nur: Die kann man sich ja selber machen. Wie Sie genau wissen (News vom 10.10.2008 www.drstrunz.de und vom 21.08.2012 unter www.strunz.com).

Sehen Sie: Es braucht schon ein paar Stoffe, um das Gegessene auch wirklich in Ihrem Blut aufscheinen zu lassen. Erklärt am Beispiel Eiweiß.

Verabschieden Sie sich von Wilhem Busch. Von dem lustigen Männchen. Das Leben ist ein bisschen komplizierter. Nur: All dieses Wissen habe ich doch für Sie zusammengetragen. Hingeschrieben. Und viele wissen nicht darum.

Jeder Psychologe würde mir schmunzelnd raten, die News (mein Herzblut!!!) teuer, sehr, sehr teuer zugänglich zu machen. Dann würden sie auch gelesen. Natürlich hat der recht.

 
 
 

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