Die Kartoffel

03.09.2012
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ist in Amerika ein religiöses Gut. Zitat Professor Walter Willet, Ernährungswissenschaftler an der Harvard University. Verfasser eines Standardwerkes über Ernährung. Berühmter Mann.

Dem fiel 1992 (erst damals?) auf, dass "übermäßiger Kartoffelkonsum zu Diabetes führen könne". Das Wort könne nehme ich ihm übel. Jedenfalls forschte er weiter und bekam Gewissheit: "Wer Kartoffeln isst, produziert mehr Insulin als beim Konsum von purem Zucker".

Das würde dann Hunger erzeugen. Kennen wir alle. Sei früher, als die Menschen sich mehr bewegt hätten, kein Problem gewesen. Heute führt Kartoffelkonsum zu Übergewicht, zu Diabetes, Krebs und Herzinfarkt. So Professor Willet.

Und begann zu kämpfen. Es ging ihm um die Volksgesundheit. Der glaubte doch tatsächlich, dass er mit offenen Armen aufgenommen würde. Von der Bevölkerung, von den Behörden, von den staatlichen Ernährungsstellen. Über den jahrelangen Kampf können Sie nachlesen im Spiegel 28/2012, Seite 97 ff.

Natürlich hat er verloren. Pommes abschaffen? Keine Kartoffeln mehr? Was glauben Sie, was die Kartoffelbauer in der vierten Generation dazu sagen?

Die sagen das ihren Abgeordneten. Und die sitzen im Parlament. Und da gab's Frühjahr 2012 die entscheidende Abstimmung: 70:30 Stimmen für Pommes frittes.

Professor Willet hat soeben im NIH, also der wichtigsten medizinischen Forschungsinstitution auf dieser Welt, sein neues Buch vorgestellt. Die dritte Auflage von "Ernährungsepidemiologie". Neu sei in dieser dritten Auflage ein extra Kapitel. Das einmal nicht von Ernährung handele, sondern von der Politik.

Fazit: Gegen die DGE ist nichts auszurichten. Zeigt uns die USA.

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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