Die Nobelpreisträgerin

15.06.2012
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Elisabeth Blackburn ist Molekularbiologin. Bekam den Medizinnobelpreis 2009 für etwas außerordentlich Praktisches. Sie bekam den Nobelpreis für "forever young". Zeigte uns, weshalb Wimpertierchen, ihr Forschungsobjekt, unsterblich sind. Buchstäblich. Weiß, dass Schildkröten nicht altern, dass also selbst ein Fachmann keinen Unterschied zwischen den Organen einer jungen und einer hundertjährigen Schildkröte erkennen kann. Was ist der Witz? Sie kennen sich aus:

Die Telomere

Die Schutzkappen an den Chromosomen. Die wir Normalsterblichen abbauen, kürzer werden lassen, bis sie weg sind. Dann sind wir tot. Unsere Zellen sterben. Das Wundervolle an dem Nobelpreis ist nun, dass diese Schutzkappen auch wieder wachsen können. Durch ein Enzym, genannt Telomerase.

Man verkürzt oder verlängert sein Leben mit Telomerase. Sagt sie. Und wie macht man das? Mit dem Lebensstil. Das war's auch schon. Kennen sie unter dem Schlagwort Epigenetik. Wie ich heute weiß, die wahre Wunderpille. Das einzige Medikament, was wirklich zählt. Sie können die ganze Pharmaindustrie längst vergessen. Das weiß die natürlich auch und benimmt sich entsprechend aufgeregt. Wenn es zum Beispiel um Vitamine geht. Konnten Sie ja kürzlich im Spiegel nachlesen. Im Vordergrund der richtigen Lebensgestaltung steht laut unserer Molekularbiologin chronischer Stress. Traumata. Die verkürzen eindeutig die Telomere und damit Ihr Leben. Wie aber wird man forever young?

Das tut sie selbst. Sie lässt gelten die Bewegung. Das Laufen. Das hat sie ihrer Forschung praktisch entnommen: Sie versucht, sich jeden Tag eine halbe Stunde zu bewegen. Wörtlich:

"Das ist die einzige Wunderwaffe gegen den körperlichen Verfall, die ich akzeptiere. Die Datenlage dafür ist überwältigend."

Stimmt. Denken Sie nur an Professor Laufs (News vom 18.02.2010).

Jetzt kommt's. Auch Frau Prof. Blackburn hat blinde Flecken. Beweist erstaunliche Unwissenheit. Beunruhigt mich deswegen, weil das eindeutig beweist, dass dies auch bei mir persönlich der Fall sein muss. Wenn es selbst einer Nobelpreisträgerin passiert. Frau Professor glaubt nicht an Nahrungsergänzungsmittel. Leider hätte noch nie jemand die Effekte nachweisen können, meint sie. Bin ich sprachlos.

Sie auch. Lesen Sie die News vom 17.02.2010. Dort habe ich unter präziser Angabe der Literatur unser Wissen schon vor zwei Jahren (das ist eine Welt her) ausgebreitet: Wir wissen, dass

  • Vitamin D die Telomere verlängert
  • Vitamin C die Telomere verlängert
  • Vitamin E die Telomere verlängert
  • Folsäure die Telomere verlängert
  • Multivitamine die Telomere verlängert

Alles in biochemischen Zeitschriften bewiesen. Kennt eine Nobelpreisträgerin nicht?

Ich kann's einfach nur feststellen und die allgemeine Regel ableiten: Das muss also bei jedem von uns selbst in unserem Fachgebiet auch der Fall sein. Bleiben wir also bitte... tolerant. Ein kleines bisschen demütiger. Versuchen wir's wenigstens.

 

 

 

 
 
 

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