Die Pille der ewigen Jugend

09.06.2009
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Ein Interview

Sie schreiben in Ihren Büchern, Jungbleiben sei eine Sache der persönlichen Lebensführung. Was heißt das?

Unsere gängige Vorstellung vom Altern ist ein spezifisch menschlicher Irrtum. Die Natur kennt den uns vertrauten körperlichen und geistigen Verfall nicht. Tiere leben ihre genetische Lebensspanne auf gleichmäßig hohem Energieniveau, um dann sehr plötzlich zu sterben. Bei uns Menschen beginnt der Verfall ab 30 und endet mit dem Tod weit vor der genetisch festgelegten Lebensspanne von 120. Diese einzigartige Stellung des Menschen ist durch seine ebenfalls einzigartige Lebensführung bestimmt. Wer das einmal erkannt hat, wer seine Lebensführung an der Natur orientiert, wird jedenfalls sehr viel länger sehr viel fröhlicher jung bleiben.

Welchen Stellenwert haben die drei Säulen Bewegung, Ernährung und Denken in Ihrem Konzept?

Die drei Säulen Bewegung – Ernährung – Denken beschreiben das normale, natürliche Leben. Das Leben, das uns „ewig jung“ hält. Das Nadelöhr ist Bewegung. Tägliche Bewegung. Wie sie jedes Tier, übrigens auch jeder noch natürliche Mensch, d.h. jedes Kind, praktiziert. Ohne tägliche Bewegung haben wir keine Chance uns richtig zu ernähren. Ernährung kann nämlich nicht vom Kopf gesteuert werden, sondern kommt aus dem Bauch, aus dem Instinkt. Und dieses instinktiv richtige Essen wird dann wieder geweckt, wenn wir uns, wie von der Natur vorgesehen, täglich bewegen. Und ohne tägliche Bewegung hat „richtiges Denken“ keine Chance in unserem Tagesablauf. Das „richtige Denken“ heißt stressfrei denken, was man erlernen kann, um dann wieder im Hier und Jetzt zu leben.

Was verändert sich im Körper, wenn man Ihr Konzept befolgt?

Wenn man die drei Säulen Bewegung – Ernährung – Denken wieder in das Leben einbaut, bekommen wir den normalen, den natürlichen Körper. Ein Körper, der nicht ab 30 bergab schlittert und mit 75 im Grab liegt. Ein Körper, der die Spannkraft und Energie des 20-jährigen aufrecht erhält bis ins 80ste, möglicherweise ins 100ste Lebensjahr.

Welchen Effekt hat das Laufen auf Geist und Körper?

Die Effekte des Laufens auf Geist und Körper sind theoretisch bekannt. Aber nur ganz selten praktisch, weil in der Regel falsch gelaufen wird. Richtiges Laufen ist die Wunderpille, für die der Mensch ein Vermögen zahlen würde, wenn es sie in der Apotheke zu kaufen gäbe. Nichts rückt dem Fett effektiver zu Leibe, nichts macht resistenter gegen Stress, nichts hält jünger, macht zufriedener, fröhlicher, gesünder, ja sogar klüger. All dies ist wissenschaftlich nachgewiesen: Laufen sorgt für ein powervolles Immunsystem, ein leistungsstarkes Herz, junge, glatte Gefäße, es vertreibt mit körpereigenen Glücksbotenstoffen – Endorphine und Serotonin – Traurigkeit und Depressionen, Laufen stärkt das Selbstbewusstsein und die Knochen, es vertreibt Rückenschmerzen, strafft die Figur – und Laufen schraubt den IQ nach oben, lockt kreative Gedanken. Laufen heißt entspannen, abschalten und Energie tanken für Körper und Geist. Laufen ist tatsächlich die Wunderpille.

Wieviel Bewegung ist sinnvoll? Wie läuft man richtig?

Das Minimum sinnvoller Bewegung ist 30 Minuten täglich. Täglich! Laufen hat nichts mit Sport oder Körperertüchtigung zu tun. Laufen ist essentiell. Wir sind mit zwei Beinen nicht ohne Grund geboren worden. Richtig laufen heißt natürlich laufen. Richtiges Laufen ist etwas sehr fröhliches, federndes, leichtes, die Gelenke eben nicht belastendes. Wir nennen das Vorfußfedern. Das Geheimnis der kenianischen Wunderläufer. Das Geheimnis jedes Tieres, jedes Kindes bis zum zweiten, dritten Lebensjahr.

Was meinen Sie mit dem Ratschlag, man solle „lächelnd“ laufen?

Lächelndes Laufen heißt inneres Glück verspüren. Bestimmte Hormone wie Serotonin und Endorphine freisetzen. Das geht aber nur im Sauerstoffüberschuss, also im aeroben Bereich. Dann läuft man innerlich lächelnd und so, dass man einen Mitmenschen, dem man begegnet, anlächelt, und nicht verbissen durch die Gegend keucht.

Welche Ernährung empfehlen Sie?

Jung erhält uns die Ernährung, die die Natur uns gibt. Wir haben unsere Ernährung verändert, und dadurch mit Sicherheit nicht verbessert, sondern verschlechtert. Jung hält uns natürliche Kost. Der Körper merkt selbst am besten was ihm gut tut dann, wenn er wieder bewegt wird. Dann erwacht der Instinkt auch wieder richtig zu essen. Dieses Phänomen ist ausreichend beschrieben und habe ich an mir persönlich erleben können.

 
 
 

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