Die Ulmer Sportmedizin...

03.09.2016
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… verzweifelt: All überall ist low carb-Training in den Leistungssport eingezogen und… sie haben´s nicht gemerkt. Sie haben weiter in ihrer Kohlenhydrat-Welt gelebt. Und müssen jetzt mit anhören, dass der schnellste amerikanische Radfahrer, David Zabriskie, durch extremes low carb noch schneller wurde. Dass der mit Abstand beste deutsche Marathonläufer seinen Erfolg seinem low carb-Training verdankt.

Und sie, die Sportmediziner waren nicht dabei. Die hatten´s glatt verpasst. Unmögliche Situation. Was tun Sie? Na, das übliche: Augen zu und durch: Es gäbe (Zitat) bei der kohlenhydratarmen Ernährung im Sport

    „keine wissenschaftlichen Belege für Leistungssteigerungen“

Das stimmt sogar. Es gibt keine Studien. Es gibt halt nur die Leistungssteigerung. Gilt nicht: Tatsachen ohne die Erlaubnis von Universitätsprofessoren sind einfach keine Tatsachen. Wir kennen dieses Verhalten zu Genüge von der DGE und der DDG. Also der Tatsache


Also lesen wir aus der Ulmer Universität „eine kurze Übersicht“ zur low carb Ernährung im Sport. Da finden sich viele lustige Behauptungen, die noch nicht einmal unter den Dinosauriern richtig gewesen waren:

  • Low carb scheint, so sagen sie, eine neu revolutionäre Form der Sporternährung zu sein, die für mehr Leistung auf der Langdistanz sorgen soll. Tatsächlich, so behaupten sie, beeinflusst extensives Ausdauertraining den Fettstoffwechsel wesentlich effizienter. Glatt falsch. Weiss jeder von Ihnen. Wie nimmt man schneller ab? Durch täglichen Sport oder durch Weglassen der Kohlenhydrate?
  • Zwar käme es zu einer vermehrten Produktion von Mitochondrien (Kraftwerken!!!) sowie einer Verbesserung der oxidativen Kapazität, allerdings sei während der low carb Phase die Leistungsfähigkeit eingeschränkt und die Trainingsqualität würde leiden. Der Satz ist ein Widerspruch in sich.
  • Die Fette als Hauptenergiesubstrat unter völligem Kohlenhydratverzicht in Erwägung zu ziehen, scheint im Leistungssport wenig sinnvoll. Davon spricht auch keiner: Bei hartem Training, im Wettkampf selbstverständlich Kohlenhydrate.
  • „… erhöhte Verletzungs- und Infektanfälligkeit… weil der Körper bei intensiver Belastung den Proteinstoffwechsel angreift, wenn nicht genügend Kohlenhydrate zur Verfügung stehen“. Meine Güte: Schon vor 26 Jahren hatte ich auf jeder Radtrainingsfahrt von 5 Stunden Radflaschen mit dickflüssigem Proteinshake dabei. Mein Körper hat meinen Proteinstoffwechsel mit Sicherheit nicht angegriffen. Komplettes Unwissen.

Den armen Sportwissenschaftlern ist wie so vielen Ernährungsexperten nicht bekannt, dass der Mensch keine Kohlenhydrate zu essen braucht. Keine. Steht in jedem biochemischen Lehrbuch. Von dieser Grundlage ausgehend, kann also der normale, nicht Sporttreibende Mensch sein Leben ohne Kohlenhydrate verbringen. Und damit ohne die üblichen Zivilisationskrankheiten. Denken Sie an die Indianerstudie 1910.

Dieses Prinzip kann auch der Sportler in seinen Trainingsalltag mit aufnehmen. Solange er im Fettverbrennungsbereich trainiert, also bei Laktat (etwa) unter 4, braucht er ebenfalls keine Kohlenhydrate. Er verbrennt Fett. Nur bei längerem (ausdrücklich längerem) höchst anstrengendem Training, also in den Alpen oder im Stadion wird er zu zusätzlichen Kohlenhydraten greifen. Und ganz selbstverständlich auch im Wettkampf.

Beim Wettkampf sind wir in der Kohlenhydratwelt.

Kann man diese primitiven Sachzusammenhänge nicht simpel und schlicht darstellen und auch verstehen? Nun ja: Die Hochleistungssportler der Welt, sogar (!!!) Fußballprofis wie die komplette Mannschaft Borussia Dortmund hat´s ja längst verstanden.

Nur die Wissenschaftler z.B. in Ulm hinken halt hinterher. Wie so oft.

Quelle: Zeitschrift Sportmedizin Heft 4, 2016.

 
 
 

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