Die Ursache ist bekannt.

14.06.2011
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Wissenschaftler wissen. Oft. Die Praktiker da draußen im Lande eher nicht. Oft. Das meine ich mit meiner Feststellung: Die medizinische Wissenschaft weiß. Ihr Krankenhaus oft nicht. Ihr Pech.

Wissenschaftler wissen um die zentrale Stellung der freien Radikalen. Wissen, dass sich buchstäblich alles im Leben um diesen Begriff dreht. Wir bestehen nun einmal aus Atomen und Molekülen. Und die haben nun einmal Elektronenwolken. Und diese Wolken können entweder abgesättigt oder eben nicht sein. Etwas anderes gibt es nicht. Abgesättigt oder nicht. Kein drittes. Dieses Spiel der Elektronenwolken nennt man Chemie. Beschreibt unser Leben vollständig.

Dass bei dem Wort freie Radikale bei fast allen meiner Kollegen, bei fast der gesamten Presse prompt die Scheuklappen herunterfallen, können Sie sich anhören: Fragen Sie doch einmal Ihren Hausarzt. Oder können Sie nachlesen. Weshalb das so ist, hatte ich Ihnen einmal erklärt.

Die Wissenschaft lacht uns aus. Die weiß. Ich darf Dr. Markus Conrad vom Institut für klinische Molekularbiologie und Tumorgenetik am Helmholtz-Zentrum München zitieren. Der hat in den letzten Jahren die molekularen Mechanismen entschlüsselt, die bei oxidativem Stress (freie Radikale) den Zelltod auslösen. Für den ist folgende Feststellung völlig selbstverständlich:

"Als bekannte Ursache (Ursache!) für akute und chronische degenerative Erkrankungen wie Schlaganfall, Arteriosklerose, Diabetes, Alzheimer und Parkinson gilt ...

... eine starke Anreicherung von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) bei gleichzeitigem Abfall der Konzentration des körpereigenen Antioxidans Glutathion"

Eine saubere, klare Feststellung. All die üblichen Krankheiten beruhen auf dem Ungleichgewicht zwischen aggressiven freien Radikalen und dem Abwehrmechanismus, den Antioxidantien.

In einem neuen Experiment hat er gezeigt, dass oxidativer Stress, also freie Radikale unmittelbar zum Zelltod führen, wenn man das zelluläre Reduktionsmittel, also das Antioxidans Glutathion entfernt. Und dann kommt der berückende Satz:

Interessanterweise konnte der Zelltod durch Vitamin E vollständig verhindert werden.

Vollständig verhindert. Durch Vitamin E. Durch so etwas Läppisches wie einen Pfennigartikel. Der, wie Sie wissen, den Herzinfarkt doppelt so gut verhindert wie die berühmten, extrem teuren Statine. Die cholesterinsenkenden Mittel.

In der Wissenschaft festgehalten, bewiesen und bekannt. Hier draußen bei uns regiert das Geld. Regiert die Pharmaindustrie. Die wird einen Teufel tun, die überragende Wirkung von Vitamin E auch noch bekannt zu machen.

Verständlich. Da verdient man nix.

PS: Sie wissen schon, dass dieses geheimnisvolle Glutathion nichts anderes ist als drei Aminosäuren. Mein Lieblingsthema.

 

 
 
 

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