Dürfen Die das?

11.06.2018
 

Einen roten Kopf bekommt man als Arzt, wenn man schon bei BRIGITTE.DE vor nunmehr 12 Jahren unwiderlegbare, wissenschaftlich eindeutige Fakten nachlesen kann wie:

„So zeigte eine Studie an Patienten mit stark verengten Herzkranzgefäßen: Nur 20 Minuten Sportprogramm täglich wirkten besser und nachhaltiger als eine operative Erweiterung der Gefäße. Die körperlich aktiven Teilnehmer klagten im Verlauf eines Jahres weit seltener über Beschwerden und Schmerzen als jene, die chirurgisch behandelt worden waren und bei denen der Eingriff zum Teil sogar wiederholt werden musste. Bei Migräne‐Patientinnen stellten Forscher bereits nach sechs Wochen Ausdauersport deutliche Erfolge fest: Die Anfälle traten nur noch halb so häufig auf und waren ein Drittel weniger stark. Und bei einer Langzeitstudie aus den USA war der Effekt von Krafttraining doppelt so groß wie der Nutzen von Osteoporose‐Tabletten: Zwei Stunden Muskeltraining pro Woche senkten das Risiko einer Hüftfraktur um mehr als ein Drittel.“

Fakten. Wissenschaftlich eindeutig erwiesen. Liest man als Arzt und ... operiert den nächsten

Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen. Verschreibt dem nächsten Migräne‐Patienten

ein Migräneschmerz‐Mittel. Rezeptiert dem nächsten Osteoporose‐Patienten ein bekanntes

Pharmapräparat mit erschreckenden Nebenwirkungen.

Darf ich, der Arzt, denn das überhaupt?

Natürlich wissen wir Ärzte all das, was Sie inzwischen auch bei BRIGITTE.DE lesen – ohne

allerdings unsere Medizin, ohne unser Verhalten zu ändern. Wissen Sie weshalb?

Weil zu diesen hochmodernen Behandlungsmethoden ohne Operationen, ohne Chemie

immer zwei gehören. Nr. 2 sind Sie, der Patient. Sie nämlich müssten eben täglich Sport

treiben, täglich laufen, wie es die DGE empfiehlt. Sie müssten regelmäßig die Muskeln

trainieren, um gesund zu werden und zu bleiben.

Wir sind beim Punkt: Die präventive Medizin, die natürlich auch Krebs verhindern kann, lebt

von Ihrem aktiven Handeln. Und – glauben Sie mir – die Menschen zu bewegen, sich zu

bewegen, ist nicht ganz leicht.

Dazu brauchte es eine neue Idee. Wenn Sie wollen eine Vision. Weg von der Drohmedizin,

dem Bösen. Hin zur Frohmedizin: Die Idee von der Leichtigkeit, der Lebensfreude, dem

Glück. Die Idee von "Forever young", die Ihnen dann eben ganz nebenbei, heimlich und

unbemerkt auch die Gesundheit schenkt.

 
 

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