Durch den Schmerz laufen

14.11.2018
 

Möchte ich Ihnen nicht empfehlen. Ausdrücklich nicht. Schmerz ist ein Warnsignal des Körpers. „Hier passiert etwas, hier geht etwas kaputt“. Auf dieses Warnsignal sollte man hören und reagieren. Instinktiv wird man innehalten. Aufhören. Ein schmerzendes Gelenk ruhig stellen.

Instinktiv richtig. Hat sich bewährt. Muss deswegen aber nicht immer (!!) richtig sein.

Dass Menschen auch anders reagieren können und damit Erfolg haben, nämlich den Schmerz beseitigen, entnehmen wir einer wundersamen mail des Tages:

„Hatte starke Knieschmerzen und entzündete Achillessehne, das 6 Wochen vor einer Expedition in den Himalaya. 2xpro Woche Physiotherapie. Nichts geholfen. Nur wenn ich mit dem Zeh schon an die Sehne gekommen bin…. autsch!
Dann das Wunder: Jeden Tag bergsteigen, weit über die 6000 Höhenmeter Grenze. Viel bergab wandern, klettern, springen. 5 Wochen ohne Medikamente, ohne Kniebandage hüpfte ich da (im Himalaya) rum. Täglich. Nix tat weh.

Seltsam. Als meine Achillessehne grauslig schmerzte, musste ich einen Marathon einstellen und konnte viele Wochen nicht trainieren. Wie hat die das geschafft? Bergab springen? Das Rezept folgt:

„Durch den Schmerz gelaufen! Eineinhalb Tage , also 9 Stunden. Dann komplett fit. Selbst Tage, an denen ich über 2000 hm absteigen musste….

Ich kann hier nur zitieren. Aus eigener Erfahrung nicht dazu raten. Habe aber ja nun schon mehrfach Briefe bekommen und auch hier abgedruckt, in welchem nach diesem Prinzip – Bewegung trotz Schmerz – so etwas wie Heilung eintrat. Aber weiter die mail:

„Seit einem Monat zuhause. Zeit reicht nur für tägliches Jogging. Alles fängt wieder an weh zu tun. BEWEGUNG heilt, glaubt aber mein Physiotherapeut nicht, mein ärztlicher Betreuer sowieso nicht.

Ei der daus! Da hat jemand ein wissenschaftliches Experiment gemacht. Nennt man erneute Exposition: Hat das Bewegen wieder weitgehend eingestellt. Und was folgt? Prompt kommt der alte Schmerz wieder.

Die Dame leitet folgerichtig ab: BEWEGUNG heilt. Nun – sie hat es ja selbst an sich bewiesen. Einen stärkeren Beweis gibt es nicht.

Nehmen Sie dies als Anregung für Verzweifelte. Persönlich kenne ich das Prinzip ja: Mir hat man ein Schmerzmittel in die Hand gedrückt (Amuno) und gesagt: „Nimm das Schmerzmittel, beweg dich“. Erfolg ist eingetreten.

Wird ganz sicherlich von dem einen oder anderen Leistungssportler auch angewandt, dieses Prinzip mit den Schmerzmitteln. Ist nach allgemeinen ärztlichen Verständnis (auch meinem) generell unrichtig. Schädlich. Aber wie gesagt:

Nur generell. Im Einzelfall?

 
 

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