Ein Pralinchen am Morgen

20.03.2015
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Ja, ja, ich weiß: Vertreibt Kummer und Sorgen. So wird ja tatsächlich gelebt. Sogar ärztlich unter-stützt. Doch, doch.

Eine typische Story über die typische Schulmedizin mit typischen Ärzten und typischen Patienten in Deutschland hatten wir kürzlich im Forum nachlesen dürfen am 22.01.2015. Der Schreiberin hätten sich „die Nackenhaare gesträubt“. Dem betreuenden Krankenhausarzt nicht. Der ist da abgehärtet…. Interessiert?

„Eine Familienangehörige hat seit vielen Jahren Diabetes Typ 2. Hat nie wirklich auf die Ernährung geachtet. Jetzt ist sie in einem Alter, wo ich mich um ihre Arztbesuche kümmern muss. Seit ca. 1 Jahr ist die Diabetes entgleist. Ich habe bei der Hausärztin „gepetzt“, dass sie sehr viele Süßigkeiten isst. Da krieg ich doch echt gesagt, ein Pralinchen am Morgen und am Abend wäre nicht so tragisch. Und ein HbA1c Wert von 11,9 % kommt schon mal vor…

Seltsamerweise wurde sie 3 Wochen nach meinem Gespräch ins Krankenhaus überwiesen. Jetzt liegt sie seit über 1 Woche auf der Diabetes-Station,  aber der Zucker geht nicht runter. Schön bei Brötchen, Brot, Milchreis und ein Stückchen Kuchen am Nachmittag. Hab beim Arzt nachgefragt, weil ich dachte, die hätten irgendetwas beim Essensplan verwechselt. Nein, alles richtig so. Da sträuben sich mir die NACKENHAARE. Es könnte doch so einfach sein.

Und am Freitag hatte ich mit mir befreundeten Altenpflegerinnen eine heftige Diskussion über das Thema. Ich wurde echt ausgelacht und angegriffen, so nach dem Motto, als ob zu viel Zucker zuckerkrank machen würde. ICH hätte ja keine Ahnung, die Ärzte müssen das doch besser wissen.

Und dann kam die Sendung im NDR. Jetzt sind aber alle gaaaaanz kleinlaut."

Für Laien: HbA1c ist der Langzeitblutzuckerwert. Normal bis 5,7. Höchstens. 7 oder  8% sind in meinen Augen auf Dauer tödlich. Und hier wird 11,9 % von der Hausärztin ohne weiteres toleriert. Und dabei fällt das süße Sätzchen vom Pralinchen am Morgen… Wie gesagt: Schulmedizin in Deutschland. Der Alltag.

Dass das im Krankenhaus genauso weitergeht, wird Sie inzwischen nicht mehr wundern. Und dass erst Fernsehsendungen wirklich zum Nachdenken bringen… Also nicht gesunder Menschenverstand, nicht das offenkundige Leid und der frühe Tod, die Erblindung, die Dialyse, die Beinamputation… Nein, nein, Fernsehen muss es schon sein.

Sie alle wissen genau, dass es in Deutschland tausende von mitdenkenden Ärzten gibt. Die das alles durchschauen. Und die es genauso graust wie mir und wie Ihnen. Abhilfe? Na, probieren Sie doch einmal, etwas Sinnvolles über die Griechenland-Rettung von sich zu geben…. Na? Sehen Sie. Sinnlos.

 
 
 

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