Eine Rundreise

10.11.2018
 

In der mail von heute werden besprochen Papa, Mama und die Dame selbst. Mir bemerkenswert deshalb, weil sie sich selbständig gemacht hat aufgrund der forever young–Bücher. Stichwort Eigenverantwortung. Hat die wörtlich genommen.

Wissen Sie, was die jetzt tut? Die backt Kuchen. Und Plätzchen. Und Brot. Aber

LOW CARB

Natürlich habe ich gekostet. Göttlich. Sie wissen, dass es in Deutschland beinahe schon eine ganze Industrie zum Thema low carb-Gebäck gibt. Sehr erfreulich. Aber jetzt einfach mal die mail abgeschrieben:

Bitte bedenken Sie: Das ist Alltag. Genau der Alltag, der in der normalen deutschen Facharztpraxis eben nicht stattfindet. Exakt der Unterschied zwischen Frohmedizin und Drohmedizin. Sie kennen das alles ja bereits:

„Ich wollte Ihnen ein kurzes Feedback bzgl. meiner Eltern geben. Mein Vater kam zu Ihnen, da er unter anderem seit ca. zwei Jahren an einer Art Zuckung in der Schulter leidet. Diese war so schlimm, dass er oft unkontrolliert Sachen fallen ließ und sogar auf der Straße hinfiel. Er war natürlich beim Orthopäden und der Krankengymnastik und hat auch brav alle Pillen geschluckt. Gebracht hatte es nichts. Sie hatten Vitamin B-Mangel vermutet (und bestätigt) und Spritzen verschrieben. Ich glaube, dass nach der zweiten Spritze Schluss war mit dem Zucken. Es ist….einfach verschwunden. Nach zwei Jahren Ärzte-Hopperei.

Meine Mutter, 82 Jahre alt, kommt mir viel vitaler vor. Sie recherchiert selbst viel am Computer über Nährstoffe & Co. Außerdem will sie ständig neue Sachen wie neue Rezepte versuchen. Noch in diesem Sommer hatte ich mir große Sorgen gemacht. Meine Mutter hatte abgebaut, sah fast grau aus und eigentlich traf ich sie nur noch sitzend an. Sie kommt mir fast fitter vor als ich.

Was mich angeht, so geht es mir gut. Die Selbständigkeit zerrt ordentlich an Körper und Geist, aber ich liebe, was ich tue. Wenn die Stimmung schlecht wird,  besorge ich mir ganz schnell Tryptophan. Ansonsten nehme ich immer noch die NEMs, die Sie mir damals verschrieben hatten und versuche regelmäßig messen zu lassen. Vielen meiner Kunden geht es schlecht. Ich schicke jeden zu Ihnen. Ein paar waren bereits bei Ihnen – allesamt Menschen, die wie ich viele Jahre als Hypochonder belächelt oder verhöhnt wurden.“

Haben Sie sich eingefühlt? In Papa? Die Zuckungen? Unmöglich! War nichts weiter als Vitamin B12- Mangel. Dass Ihre Ärzte auf die viel zu tiefen „Normalwerte“ auf den Laborbögen hereinfallen… Resultat siehe oben.

Mama „lief ungeschickt, glaubte ständig, sie rempele an“. „Eisene Ringe um die Beine“. „Schwierigkeiten beim Lesen“. „Vergesse alles“. Nun ja: Dafür gibt es eine Diagnose. Ein Wort. Hören Sie von mir nicht. Ich helfe lieber.

Und das mit dem „als Hypochonder belächelt oder verhöhnt“ dürfte manchem von Ihnen bekannt vorkommen. Viele Schulmediziner haben nicht die innere Größe, zuzugeben, dass sie etwas nicht wissen. Die reagieren dann entsprechend. Normales menschliches Verhalten.

Wieder so eine mail, die alles auf den Kopf stellt, was ich an der Uni gelernt habe.

 
 

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