Eiweiß steigt nicht an

08.06.2013
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Kommt häufiger vor. Sie fühlen sich müde und schlapp, haben häufig Infekt, sind so klug, Ihr Blut untersuchen zu lassen und finden in aller Regel einen tiefen Eiweißspiegel. Kein Wunder: Eiweiß ist nun einmal der Antrieb, sind unsere Glückshormone, aber eben auch das Immunsystem.

Also nehmen Sie ein paar Wochen zusätzlich Eiweißpulver, messen nach und...sind enttäuscht. Schreiben mir lange Briefe. Inzwischen habe ich - natürlich von Ihnen - viele Lösungsmöglichkeiten dieses Problemes erfahren. Ein paar finden Sie ja bereits in den News (Verzicht auf Milchprodukte, Symbiotin, also Änderung der Darmflora etc.).

Ein besonders interessantes, weil von einem Diplomingenieur durchgeführtes Experiment mit erfolgreichem Ausgang im Mail von heute:

"Nach einem Unfall längere Zeit krank. Schmerzmittel. Nicht besonders gut gegessen (Krankenhaus). Eiweiß traurig tief mit nur 5,8 g/%.

Sie erinnern sich: Normal 6,6-8,7, deutscher Durchschnitt also 7,65. Winner im Sport, im Beruf haben regelmäßig über 8,0. Das wusste der Herr.

Also hat er zunächst - Diplomingenieur! - ein Aminogramm erstellen lassen. Und findet 5 dicke fette Löcher. Also viel zu tiefe Werte von 5 essentiellen Aminosäuren. Nach dem Prinzip Justus von Liebig richtet sich ja das Gesamteiweiß nach dem einen, dem einzelnen tiefsten Wert einer essentiellen AS. Und hier gleich 5 mal. Also alles leicht erklärbar.

Und jetzt das typisch systematische Vorgehen: Er hat sich 2 Wochen praktisch nur von Eiweißpulver ernährt. Praktisch. Mit viel Salat und Gemüse natürlich. Eiweißspiegel stieg nicht an.

Daraufhin hat er zu "Bommi mit Pflaume" gegriffen. Damit sind Aminosäureampullen gemeint. Die schmecken so...eigenartig. 2 Wochen zusätzlich zum Essen 3x4 Ampullen täglich. Resultat:

Eiweiß angestiegen auf 6,75.

Ein dramatischer Erfolg. Innerhalb von 2 Wochen! Von 5,8 auf 6,75. Und das Schönste an der Geschichte: Selbstverständlich ein (fast) vorzügliches Aminogramm. Weil die Aminosäuren natürlich direkt ins Blut gelaufen sind. Hier musste nichts vorher verdaut werden. Mit fast war gemeint ein noch leichter Mangel an Threonin.

Typisch bei Stress. Betrifft natürlich seine Krankheit, seine Schmerzen. Dabei werden vermehrt freie Radikale gebildet, die belästigen die Innenseite Ihrer Blutgefäße, der Körper reagiert dagegen, schützt sich, und verbraucht zum Schutz viel Threonin. Dieses noch etwas mäßige Threonin begrenzt sein Gesamteiweiß. Sonst wäre er sicher schon über 7,0 angestiegen.

Gefällt mir. Gefällt mir sehr. Dieses typische Denken eines Diplomingenieures. Klar, logisch, und...zum Erfolg führend.

PS: Weshalb das mit Eiweißpulver nicht gleich geklappt hat? Meine Vermutung: Wegen seiner vielen Tabletten, darunter auch Cortison, musste er Magenschutzmittel einnehmen. Also sehr starke Säureblocker. Zwei mal täglich. Und ohne Magensäure kann man Eiweiß natürlich nicht oder kaum aufspalten.

 

 

 
 
 

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