Eiweißforschung

25.02.2013
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war das Thema von Prof. Dr. E. Kofranyi am Max Planck Institut für Ernährungsphysiologie in Dortmund. Schon in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Schon damals hat man erstaunt festgestellt, dass der Eiweißbedarf verschiedener Lebewesen sehr unterschiedlich sei. Dass es auch erhebliche Unterschiede gäbe zwischen Mann und Frau (gewusst?). Und dass Eiweiß in der Nahrung ganz verschieden ausgenutzt wird: Der Pfifferling nur zu 57 Prozent, Weizenprotein zu 80 Prozent, tierisches Protein zu 95 Prozent.

Die bemerkenswerteste Entdeckung aber betraf die biologische Wertigkeit. Also die Tatsache, dass die Mischung zweier verschiedener Eiweiße (zum Beispiel Milch und Weizen) ein wertvolleres Eiweiß ergab als die Einzelsubstanz. Freilich bis heute noch kaum beachtet, dass das nur für ein ganz präzises Mischungsverhältnis gilt. Was man im täglichen Leben selbstverständlich niemals einhält.

Und dass die biologische Wertigkeit sogar von Mensch zu Mensch völlig verschieden sein kann. Bei exakt gleicher Eiweißmischung. Gewusst?

Für mich besonders interessant die Tatsache, dass es etwa 10 Tage dauert, bevor sich bei geänderter Eiweißzufuhr (also zum Beispiel mehrere Eiweißshakes pro Tag) ein neues Gleichgewicht einstellt. Der Körper braucht also einige Zeit, um sich an entweder mehr oder weniger Eiweiß zu gewöhnen.

Kofranyi verdanke ich zwei Sätze, die mein Leben verändert haben. Die mich aufgerüttelt haben. Mir eine neue Sicht auf unsere Ernährung vermittelt haben. Nämlich die zwei abschließenden Sätze einer hochwissenschaftlichen Abhandlung, die da lauten:

"Bisher ist niemals der Nachweis gelungen, dass Eiweißgaben über das Minimum hinaus eine schädliche Wirkung gehabt haben. Aber es ist unbestritten, dass größere Eiweißgaben eine stimulierende Wirkung besitzen und sie die Arbeits- und Lebensfreude erhöhen."

Größere Eiweißgaben! Das war der entscheidende Punkt. Und der Zuwachs an Arbeits- und Lebensfreude seit dieser Zeit ist unübersehbar.

Quelle: "Biochemie und Physiologie der Ernährung" Herausg. H.-D. Cremer, Teil 2, Seite 262. Thieme Verlag

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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