Emil Zátopek

29.11.2010
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hat Millionen Menschen erschreckt oder begeistert. Je nachdem. Erschreckt hat er seine Lauf-Konkurrenten: Er stürmte in der Regel uneinholbar davon. Keine Chance. Erschreckt hat er aber auch Millionen von Zuschauern, die bei seinen Läufen mit feuchten Händen und verkrampften Muskeln im Sessel saßen und in jeder Sekunde dachten: "Jetzt fällt er um! Jetzt trifft ihn der Schlag! Jetzt packt er's nimmer! Oh weh, schau hin ..."

Emil Zátopek hatte eben einen ganz eigenen Laufstil. Müssen Sie gesehen haben.

Emil hat aber auch das Denken von Millionen seiner Mitmenschen verändert. Auch meines. Ganz besonders mit dem genialen Satz:

"Hier ist der Start,
dort ist das Ziel.
Dazwischen musst Du laufen.“"

Hat mein Denken verändert. Nur ein Beispiel: Biel. 100 km in der Nacht. Als Kopfarbeiter gewaltige logistische Probleme: Es regnet. Die Schuhe werden nass und voller Dreck. Also müsste ich sie austauschen. Bei 30 km? Bei 70 km? Wo muss die Hilfsperson stehen? Wie erkennt die mich in der Nacht? Und die 10 km Ho chi minh pfad in schwärzester Dunkelheit: Welche Art von Taschenlampe? Ist die vielleicht zu schwer? Und wenn die Batterie versagt? Übrigens: Hat sie auch prompt. Nennt man self-fullfilling prophecy.

Von all dem hat mich Emil geheilt mit seinem unvergesslichen Satz. Bedeutet nämlich: Lauf! Sonst gar nichts. All dieser Kokolores dazwischen ... vergiss es: Lauf! Habe ich dann auch getan.

Gilt natürlich auch für Ihr Leben. Vor 30 min Gespräch mit junger Marathonläuferin, bereits Brustkrebs. Angst. Nix Angst: Emil Zátopek: Hier wirst Du geboren, dort stirbst Du. Dazwischen musst Du leben! Und zum Leben gehören Höhen und Tiefen. Na und? Wir halten uns auf der Lebensstrecke leider zu oft auf. Denken zuviel nach. Leben ... das machen uns dreijährige Kinder vor.

Auf Emil komme ich, weil mir heute früh einer von Ihnen einen zweiten Satz von ihm vermittelt hat. War mir neu. Macht mich aber richtig glücklich. Dieser zweite Lehr-Satz von Emil lautet:

"Es genügt zu Schwitzen.
Glück kommt von selbst."

Danke, Emil.

 

 

 
 
 

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