Endlich lange Haare

22.05.2014
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Träume, Wünsche… Sie wissen vielleicht, dass ich Sie (in der Praxis) durchaus auffordere, Ihr Herz auszuschütten. Gesundheit möchte Ihnen die Molekulare Medizin sowieso schenken. Aber sie kann eben mehr. Und das schreiben und bestätigen Sie mir immer und immer wieder. Beispiel?

"...kann ich Ihnen mitteilen, dass ich mich körperlich ausgesprochen fit fühle. Ich laufe jeden Tag 10 km (47 min), gehe zweimal wöchentlich zum Tanzen, zum Yoga und habe meinen Trainingsplan um ein Krafttraining jeden zweiten Tag erweitert. Ruhepuls 60. Meine Haare sind lang wie nie zuvor (das hatte ich mir oft gewünscht-endlich) und ich behaupte mal, ich verbreite Fröhlichkeit in meinem Umfeld… Es geht mir sau gut. Wer kann das schon von sich sagen..."

Genau. Haben Sie solch einen Brief schon einmal an Ihren Hausarzt geschrieben? Oder an Ihre Krankenhausambulanz? Freilich: Zufrieden ist der Mensch nie. Diese junge Dame beklagt einen immer noch BMI von 23,7. Ist ihr zu hoch. Versteh ich. Lösung? Nachdenken. Messen.

Besonders freut mich, dass Sie weitergeben. Dass Sie fröhliche Erfahrung mitteilen. Sogar Ihren Ärzten… Man stelle sich vor! Nun ja: Ärzte sind auch Menschen. Beispiel?

"Wir infiltrieren die Ärzte hier in der Region bereits mit Ihren Informationen, vielleicht wächst dann ein vernünftiger Kollege nach.

Mein Mann wurde noch heute morgen von seiner Hautärztin angesprochen, warum sein jahrelanger Nagelpilz denn plötzlich so prima auf dem Rückzug sei: "Ich esse seit Sommer keinen Weizen mehr" war seine Antwort. Frau Doktor wurde ernsthaft neugierig und fragte gründlich nach.

Unseren Orthopäden wiederum habe ich bereits mit Ihrem Laufbuch, der Weizenwampe, und meinen Kenntnissen über Dr. Coy überzeugt.

Wie Sie sehen: Ihr Volk arbeitet also gut mit!"

Na, so weit kommt's noch. Mein Volk! Ganz so fröhlich empfinde ich Ihre Anfragen, Ihr Probleme, auch Ihre Träume und Wünsche durchaus nicht: Sie ahnen, dass hier Nachdenken erforderlich ist. Und Nachdenken tut auch mir weh. Strengt auch mich an. Nicht nur Sie. Und dann habe ich die – für Ärzte gar nicht übliche – dumme Angewohnheit, mich schriftlich festzulegen. Ihnen gegenüber. Keine ganz reine Freude.

Solange Sie mir freilich solche Mails schreiben, bleibt mein Leben hell. Mach ich weiter.

 
 
 

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