Epigenetik Teil III

15.06.2014
Drucken
 

Nach dem Nadelöhr Bewegung zu einem viel schöneren, angenehmeren Thema. Ernährung. Essen. Essen gehen. Nenne ich Kunst. Hohe Kunst. Die Kunst liegt darin, dass Richtige mit dem Angenehmen verschmelzen zu lassen. Nämlich genetisch korrekte Kost so zu gestalten, dass sie ein 3-Sterne-Koch nicht delikater servieren könnte. Funktioniert. Geht. Fragen Sie meine Frau.

Das entscheidende Wörtchen war "genetisch korrekte Kost". In meiner Sprache "die drei Diamanten". Und was meine ich damit? Ich meine Eiweiß, Vitamine und Co sowie Omega 3. Genetisch korrekte Kost.

Die drei Worte bedeuten eben aber auch: Alles darüber hinaus ist von Übel. In meiner Sprache Müll. Es gibt einen Physiologen an der Harvard University, der einmal ausgerechnet hat, dass wir täglich 72 % Müll essen. Und nur 28% genetisch korrekt. Wenn das stimmt...dann müssen wir uns nicht wundern. Wir Deutsche. Mit unseren 580 Krebstoten täglich.

Genetisch korrekte Kost ist ganz leicht zu erklären, wenn man einmal das gesündeste Volk der Welt betrachtet. Die Inuits. Die Eskimos. Die – in ihrer ursprünglichen Form – genau so gegessen haben. Und deswegen keine Krankheit kannten. Keinen Herzinfarkt, keinen Schlaganfall, keinen Krebs, keinen Alzheimer, keinen Diabetes...nichts. Alles von Missionaren aufgeschrieben und dokumentiert Anfang des 20. Jahrhunderts. Zu uns gelangt durch die Forscher Anderson und Stefansson in den 30-er Jahren. Kann man alles nachlesen.

Was essen die Inuits? Nicht ganz einfach: Die am Meer, also an der Küste von Grönland haben gegessen...Fisch. Robben. Glauben Sie. Stimmt nicht. Die haben gegessen rohen Fisch. Rohe Robbe. Kleiner Unterschied. Die rohe Robbe ist Eiweiß, voll mit Vitaminen und Co und Omega 3. Genetisch korrekte Kost.

Die im Inland übrigens Karibufleisch. Den ganzen Winter durch. Ausschließlich. Aber halt: Karibufleisch luftgetrocknet. Bei Minusgraden. Also voll mit Vitaminen und natürlich auch Omega3. In Biofleisch sehr wohl enthalten.

Eiweiß also. Das Hauptthema. Ich will’s mit nur ein paar Worten ganz am Rande abhandeln. Denn wer von Ihnen würde sich hier nicht auskennen? Wer von Ihnen hat daheim nicht höchstwertiges, angereichertes, süchtig machendes Eiweißpulver im Frühstücksschrank? Jeder hat's, ich weiß.

Eiweiß also: Besteht aus Aminosäuren, wie Sie wissen. Darunter 8 essentielle Aminosäuren, wie Sie auch wissen. Und die wichtigste davon heißt

Methionin

Die wichtigste deshalb, weil Methionin nicht nur die Start-Aminosäure jedes Eiweißmoleküles ist, also für jedes Molekül, für jedes Hormon, für jedes rote Blutkörperchen unentbehrlich ist, sondern weil Methionin auch

Krebsgene stumm stellt

Konnten Sie nachlesen im Spiegel 32/2008 sowie 32/2010. Solche Details der Genforschung beschäftigen zum Beispiel Professor Leonhard an der Uni München.

Übrigens interessant: Wenn ein Krebs in Ihrem Körper beginnt, versucht der Körper verzweifelt… lange bevor Sie Krebszellen mit irgendeiner anderen Methode finden können, die Zellen zu bekämpfen. Dabei wird Methionin verbraucht. Für das Ausschalten der Gene. Methionin kann man messen: Im Aminogramm. Tun wir in unserer Praxis täglich. Routinemäßig. Dann geht immer eine Warnleuchte an, immer dann, wenn Methionin absinkt. Ein erster, feiner Hinweis: Achtung, aufpassen.

Für manchen von Ihnen neu und interessant: Die einfachste Methioninquelle heißt Carnitin. Bekommen Sie an jeder Straßenecke, in jeder Apotheke. Hab ich in meiner Schreibtischschublade. Flüssig und delikat nach Ananas schmeckend. Carnitin besteht aus Methionin und Lysin. Ein Wundermittel für die Regeneration, wie ich in Hawaii erleben durfte.

Carnitin ist eine sehr elegante, wohlschmeckende Methioninquelle. Sie verstehen das richtig: Vorsichtshalber. Ich versuche, bei meinen Patienten, bei mir immer möglichst viel Methionin aufzubauen für den Fall, dass einmal...

Nur so viel zum Eiweiß. Lassen Sie uns jetzt zum Teil 2 der genetisch korrekten Kost kommen, nämlich zu Vitamine und Co kommen.

Auch hier habe ich etwas ganz Neues, Wundervolles anzubieten. Im J Nat Canc Inst 2009 haben wir mit offenem Munde zur Kenntnis genommen, dass man mit Selen plus Vitamin E Krebsgene stumm stellen kann.

Mit zwei Stoffen also, von denen wir in Deutschland – fragen Sie Ihren Hausarzt – immer alle genug haben. Stoffe, die wir nicht brauchen. Die völlig überflüssig sind. Drum haben wir 580 Krebstote täglich.

Selen und Vitamin E schalten Krebsgene ab. Bewiesen an Patienten mit Prostatakrebs. Denen man per Biopsie Krebsgewebe entnommen hat. Und Genanalysen gemacht hat.

Nach Gabe von Vitamin E 400 I.E. und Selen 200 µg hat man nach 3-6 Wochen erneut per Biopsie Prostatagewebe entnommen. Und fand ein völlig anderes Genmuster. Ich zitiere: Die kombinierte Gabe von Selen und Vitamin E hat ein Genmuster wie bei gesunden Menschen verursacht.

Solche Studien, wie gesagt vom März 2009, machen mich unruhig. Lassen mich Medizin völlig neu erleben. Lassen endlich einmal Licht am Ende des Tunnels aufscheinen. Krebs scheint uns ja tatsächlich zugänglich zu sein. Den Eindruck hatte ich, hatten auch Sie bisher sicherlich nicht.

Vitamin E also. Kannten wir doch schon. Bereits 1993 verkündete die Harvard Universität, dass sich das Herzinfarktrisiko mit Vitamin E, 200 mg, um 41% senken ließ. Bewiesen an 87.000 Krankenschwestern, 40.000 Ärzten. Wenn das kein Beweis ist.

2 Jahre später, in Cambridge wurde gezeigt, dass man bei Herzinfarktpatienten das Rezidiv, den Rückfall um 75% verringern konnte durch 400 mg Vitamin E. Bewiesen an 2.200 Patienten. Eine sehr aufwendige, wissenschaftlich höchst penibel gestaltete Studie.

War übrigens der Beginn des Unterganges für Vitamin E in Deutschland. Mit dieser Studie ging’s los. Herzinfarkt war nämlich das Thema für Firmen wie Pfizer und andere, welche Statine herstellten. Also Cholesterinsenker. Und die uns erzählten, dass mit diesen sehr teuren Wundermitteln nicht nur das Cholesterin gesenkt würde – unbestreitbar und messbar – sondern auch das Risiko für Herzinfarkt gesenkt würde. Übrigens etwas völlig anderes. Nämlich um so etwa 20% - 40 %.

Und jetzt hören wir Erfolgsquoten von 75% durch ein nicht patentierbares, primitives Vitamin. Die Abwehrschlacht lesen wir ja heute noch monatlich in der FAZ, in der Süddeutschen, im Spiegel, im Stern. Immer wieder so nebulöse Arbeiten, in denen gezeigt wird, dass Vitamin E das Leben verkürzt oder giftig ist oder oder oder. Dazu muss man wissen, dass Pfizer an einer einzigen Tablette, an Sortis einen Jahresumsatz von 12,2 Milliarden Dollar macht. Erst dann versteht man diese merkwürdigen „es wird schon etwas hängen bleiben“ -Studien: Vit E, also Weizenkeimöl schadet. Eine verzweifelte Abwehrschlacht der Pharmaindustrie.

Vitamin E und Herzinfarkt also. Das zweite Thema von Dean Ornisch war, wie Sie sich erinnern, der Krebs. Also dann mal los: Vitamin E und Krebs? Dazu gibt es Dutzende, wenn nicht Hunderte Studien. 4 davon habe ich Ihnen aufgeschrieben. Nur um Ihnen klar zu machen, dass hier bereits Millionen Patienten mit Vitamin E behandelt wurden, und dass bei Millionen Patienten Krebs verhindert wurde.

Vit E 50 – 200 mg

35 215 Dickdarm -68%
39 910 Prostata -56%
991 522 Blasen -40%
21 133 Prostata -32%
  Lunge -19%
  Darm -22%


Sagt Ihnen das Ihr Hausarzt? Bekommen Sie routinemäßig beim Urologen Vitamin-E-Kapseln, um das mögliche Prostatakarzinom zu verhindern?

Wenn Vitamin E ganz erstaunliche, längst bewiesene, in Deutschland aber praktisch unbekannte Wirkungen zeigt, gilt das noch viel mehr für Selen.

Selen verhindert Krebs. Für mich übrigens die wirksamste und stärkste Einzelsubstanz, die der Mensch einnehmen kann. Auch hier nur eine kurze Auflistung von ein paar Studien. Links die Patientenzahl, rechts der Schutz vor Krebs in Prozent ausgedrückt. Alles bekannt, alles nachzulesen. Bekannt aber nicht in Deutschland. Wie gesagt: Deutschland ist vom globalen Wissenspool abgeschnitten.

Selen

33 737 Prostata -70%
9 101 Lunge -60%
130 000 Magen -40%
1 312 Prostata -63%
  Darm -58%
  Lunge -46%


Selen – ein Geständnis – ist mein Lieblingsstoff. Wir wissen aus unzähligen Studien, dass ein Blutwert von etwa 135 und darüber uns schützt.

Das Dumme daran ist, dass wir in Deutschland in der Regel 70-80 im Blut haben. Hoch im Norden, an der Küste, vielleicht einmal 100. Aber sicher nie mehr. Krebsschutz beginnt, wie gesagt, bei Werten über 135.

Oh glückliches Amerika. In der USA ist der Mittelwert 160. In Kanada 190. In Südamerika sogar 240. Was machen wir falsch?

Wir haben’s einfach nicht im Boden. Das ist mir jäh klar geworden auf dem folgenden Bild von der WHO:



Zeigt uns, dass weltweit in den Völkern umso weniger gestorben wird, je höher der Selenspiegel im Blut ist. Nur: Deutschland gibt es gar nicht. In den Augen der WHO. Gucken Sie sich einmal den linken, den tiefsten Selenwert an: den hat in Deutschland ja niemand. Wir liegen weit außerhalb des Messbereiches.

Und die Unsterblichkeit? Die Telomere? Können die auch mit Vitaminen und Co, also mit Vitamin E verlängert werden? Na was glauben Sie?

In der folgenden Tabelle habe ich Ihnen einmal ein paar Arbeiten aus neuester Zeit zusammengeschrieben. Arbeiten, die zeigen, dass die Telomere verlängert, dass Ihr Leben verlängert wird durch Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E, durch Folsäure und durch Multivitamine. Biochemische Arbeiten. Hochkompliziert zu lesen, zugegebenermaßen. Noch dazu auf Englisch. Mag übrigens der Grund sein, weshalb in den USA  72 % der Ärzte NEM täglich einnehmen, und von denen 87 % Vitamine. Ärzte in den USA lesen...

Telomere

Vit C (Lif Sci 98)
Vit D (Am J Clin Nutr 07)
Vit E (J Clin Biochem 07)
Folsäure (J Nutr 09)
Multivit. (Am J Clin Nutr 09)


In Deutschland unbekannte Tatsachen. Wir haben, wie Sie wissen sowieso alle genug. Wir brauchen bloß ausgewogen essen. Und schenken unser Leben her. Buchstäblich.

Das gilt auch für Omega 3, für das dritte Standbein genetisch korrekter Kost, für den dritten Diamanten. Im Januar 2010 lesen wir in der JAMA, dass Sie je nach Omega 3-Dosis Ihr Leben um mindestens 10% verlängern können. Eine höchst aufwendige, sehr komplizierte biochemische Studie. Mit eindeutigem Ergebnis.

Was mich immer so amüsiert: Bei niedrigen Omega 3-Dosen gemacht. Also bei ½ bis 1 Gramm. Wir messen – messen! – natürlich den Omega 3-Spiegel in Ihrem Blut. Genauer in der Wand Ihrer roten Blutkörperchen. Diese Messung wird in einem einzigartigen Speziallabor in Deutschland, in München durchgeführt. Und wir wissen daher, dass die richtige Omega 3-Dosis höher liegt. Eher bei 2,3,4 bis 6 Gramm.

Wie viel sich dann, bei höherer, bei richtiger Dosis Ihr Leben verlängert, ist noch nicht untersucht worden. Aber lassen Sie mich festhalten: Omega 3 verlängert Ihr Leben um mindestens 10 %. Bekannt seit dem Jahre 2010.

Und Krebs? Und Infarkt? Würde Professor Ornish fragen. Also los:

Omega 3 rettet vor Krebs. Bewiesen an der Universität San Francisco 2009. Präzise: Professor Witte dort hat 466 Männer mit aggressivem Prostatakrebs verglichen mit 478 Gesunden. Und findet, dass die Männer mit dem höchsten Omega 3-Konsum 63% weniger bösartigen Prostatakrebs hatten verglichen mit Männern mit dem geringsten Omega 3-Konsum.

Die Wirkung wird präzisiert: Es geht hier um ein Gen namens Cox-2. Ein Gen, welches Entzündungen im Körper produziert und damit Krankheiten. Ganz generell. Entzündung heißt Krankheit. Man wusste, dass ein aktives Cox-2-Gen mit einem fünffach höheren Risiko für Prostatakrebs einhergeht. Und genau dieses Gen wird durch Omega 3 abgeschaltet. Gen-Medizin. Die neue Heilkunst.

Auch ich lese Bildzeitung. Auch ich lese von der grauenhaften Ernte, die der aggressive Prostatakrebs unter berühmten 60-jährigen Männern hält. Vielleicht fällt Ihnen ja auch spontan ein Name ein.

Und Infarkt? Na, das wussten wir längst. Dass Omega 3 das Blut flüssiger macht und Herzinfarkte verhindert. Schließlich haben Eskimos nie, nie, nie Herzinfarkt. Solche simplen, natürlichen Beweise glauben wir natürlich nicht. Wir glauben Studien. Also gut, anbei 4 Studien. In denen an zig tausenden Patienten bewiesen wird, dass Omega 3 den Herzinfarkt zwischen 26 und 50% verhindert – bereits bei niedriger, übrigens zu niedriger Omega 3-Dosis.

Omega 3

27 777 20 J Infarkt - 34%
44 895 6 J Infarkt - 26%
1 822 30 J Infarkt - 48%
11 324 35 J Infarkt - 50 %


Das waren die Themen Omega 3 und Unsterblichkeit,  Krebs und Herzinfarkt. Langweilig? Dann erlauben Sie mir ein bisschen höhere Frohmedizin. Ein bisschen Motivation. Motivation, Omega 3 eben doch einzunehmen. Mit den soeben genannten Vorteilen, aber eben...auch für die Lebensfreude. Für die Lebensenergie. Für unsere Träume.

 
 
 

News Schlagwörter