Eskimos

18.02.2013
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wachsen mir zunehmend ans Herz. Weshalb? Weil sie so übersichtlich leben. Weil man ihr Essverhalten sehr, sehr genau beschreiben kann. Dort oben, in Alaska, in Grönland gibt's halt kaum einen Aldi oder Lidl...

Eskimos haben schon viele Menschen fasziniert. Auch die kanadische Regierung. Die 1935 ein paar Fachleute, Ärzte zu den Eskimos geschickt haben. Die durften Blut abnehmen und Urin untersuchen.

Hochinteressant: Dort wurde nicht nur Blut analysiert wie bei Ihnen, also das Blutbild, Cholesterin, Zucker, Blutfette, Nierenwerte, sondern tatsächlich auch die Aminosäuren. Das Aminogramm. Will sagen: 1935 war man weiter als heute in der Medizin. Analysiert wurde übrigens auch das Essen der Eskimos (Kupfergehalt, Bleigehalt) genauso wie das Seewasser dort oben chemisch analysiert wurde.

Eine sehr, sehr genaue Studie also. Nachzulesen im "The Canadian Medical Association Journal" 1936, Vol 34, S. 487. Fazit war im Wesentlichen: Eskimos sind gesund. Außerordentlich gesund. Nämlich

apparently free of arteriosklerosis

Also nicht befallen von der häufigsten Krankheit der Deutschen. Herzinfarkt und Schlaganfall.

Genauso war "excluded" jeglicher Diabetes, jegliche Gicht, und das alles unter der Überschrift: Wenn genügend Essen vorhanden war, isst ein gesunder Eskimo fünf bis zehn Pfund Fleisch oder mehr am Tag.

Fleisch. Aber natürlich kämen auch Kohlenhydrate vor: In Form von Blaubeeren zwei Monate im Jahr. Das muss man sich ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen.

Weil Sie mich ja ständig nach Obst, nach der Menge, nach der Art fragen. Jetzt kennen Sie eine präzise Angabe: Zwei Monate im Jahr Blaubeeren. Das war's. Vereinbar mit höchster Gesundheit.

Ach ja: Und der bekannte Dr. Urquhart, der dort oben schon länger lebte, hat in sieben Jahren Praxis nicht einen einzigen Fall von Krebs zu Augen bekommen. Krebs gibt's dort oben einfach nicht.

Es folgt auch eine präzise Einschätzung der Nahrungszusammensetzung:

  • 250 bis 300 g Eiweiß
  • 150 g Fett
  • 30 – 40 g Kohlenhydrate...

...zum Beispiel in Form von Algen, Mageninhalt der Tiere usw.. 30 bis 40 Gramm Kohlenhydrate nenne ich No Carb. Null. Den Zusammenhang mit der fehlenden Krebserkrankung kennen wir ja heute, spätestens seit der Entdeckung des TKTL 1-Genes 2005.

Ganz am Schluß die feine, kleine Bemerkung, dass im Blut der Eskimos sehr viel HN, also Harnstoff-Stickstoff und sehr viel Aminosäuren messbar waren. Auf Grund der proteinreichen Diät. Aber eben ausdrücklich keinerlei Nierenerkrankung.

Eine Fundgrube. Diese Arbeit von 1936. Da war doch eigentlich schon alles hinreichend er- und geklärt. Oder?

 
 
 

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