Essen kostet Geld

16.10.2008
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Für's Essen gibt meine Familie immer mehr Geld aus. Das merke sogar ich, wenn ich meine Frau auf den Hauptmarkt von Nürnberg begleite. Wie viel Geld für nur ein bisschen Obst über die Theke geht. Nun ja, habe ich gedacht, muss ich eben noch mehr arbeiten. Hab ich gedacht.

Die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung denkt nicht, sie misst. Und berichtet objektiv. Und rechnet uns präzise vor, dass die Kosten für Lebensmittel in den letzten 30 Jahren deutlich gesunken sind. Nicht gestiegen. Gesunken! Im Einzelnen:

                  1970... 24,5%
                  1980... 20,5%
                  1990... 17,6%
                  2000... 15,0%
                  2007... 14,4%

 

Die Gesellschaft für Konsumforschung begründet dies mit relativ stabilen Lebensmittelpreisen bei gestiegenem Einkommen. Im Einzelfall mag das nicht stimmen, aufs ganze Volk gesehen haben die wahrscheinlich doch recht.

Mich fasziniert an dieser Kostenstudie etwas ganz anderes. Die sagen nämlich gleichzeitig, dass private Haushalte, also Sie und ich, unser Geld verstärkt ausgeben für

                   Urlaub
                   Elektronik
                   Wellness

Also Handy und Computer. Und Computerspiele. Und zwei mal pro Jahr mit Air Berlin nach Mallorca. Wir merken das gar nicht mehr. Ist uns völlig selbstverständlich geworden.

Der Flug-Urlaub nach Mallorca, der Personalcomputer für den Sohn sind in Deutschland ja bereits gesetzlich verankertes Grundrecht geworden. Jedenfalls im Bewusstsein der Bevölkerung.

Und gesundes Essen fällt längst hinten runter. Wir essen billig. Übrigens: Das geheimnisvolle Wort „Achtsamkeit“ beschreibt auch Bewusstwerdung. Erkennen solcher Zusammenhänge.

 
 
 

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