Existenzbedrohende Migräne

06.12.2017
 

Von jeder Krankheit, von jedem Zustand gibt es Extreme. Nach beiden Seiten. Schmerz in seiner äußersten Intensität (Schmerzstufe 9) kann man niemandem wünschen. Man steht an der Grenze zur Bewusstlosigkeit. Einzig mögliche Abhilfe nicht etwa Morphium (Kinderkram) sondern Fentanyl. Das stärkste, gefährlichste Rauschmittel der Welt. Wirkt gegen Schmerz 100 Mal stärker als Morphin. Abhängigkeit schon nach zwei Tagen. Und dann sind Sie… doomed.

Das war so ein Extrembeispiel. Ein anderes muss ich gerade lesen. Registrieren Sie eigentlich solche Feinheiten wie das „muss“? Der Bericht macht mich fassungslos. Besonders deshalb, weil ich selbst knapp 30 Jahre an Migräne gelitten habe. Massenkonsum üblicher Schmerzmittel. Aber lesen Sie doch einmal solch ein Extrem.

„Leider ist vor einem Jahr meine chronische Migräne völlig entgleist.

Nach Medikamentenübergebrauch, Entzug, Schmerzklinik, häufigen Besuchen in der Notaufnahme, Krankschreibung seit März 2017 (als Selbständige ein Unding!) ist meine Situation nicht nur materiell existenzbedrohend, sondern mir geht langsam die Kraft aus, dem dauernden Schmerz, dem Erbrechen… etwas entgegenzusetzten. Ich habe zur Zeit zwischen 15 und 25 Anfälle pro Monat.

Die Schulmedizin ist hilflos, da Triptane nach mittlerweile leider 2 Schlaganfällen kontraindiziert sind und diverse Schmerzmittel (Diclofenac, Novaminsulfon) wirkungslos sind, bzw. (Ibuprofen und ASS) nicht vertragen werden. Ich stehe zur Zeit mit einer „Prophylaxe“ aus Beloc zok mite 2x1 und ohne Akutmedikation da. Bin also jeden Tag aufs Neue dem Schmerz völlig ausgeliefert.“

Jeden Tag aufs Neue dem Schmerz ausgeliefert. Es ist diese Hoffnungslosigkeit, die Krankheit wirklich erst zur Krankheit werden lässt.

Hätte die Dame einen Funken von Hoffnung, ein bisschen Licht am Ende des Tunnels, wäre die Situation schon eine völlig andere. Das übrigens ist mein Hauptvorwurf an die Schulmedizin. Denn diesen Funken Hoffnung … den könnte jeder Arzt entfachen.  Darin ist er ja geschult.

Wie es der Zufall will, bieten die News am gleichen Tag, am 04.10.2017, die Lösung dieses Problems. Ganz zum Schluss. Denn: Als ob wir nicht ganz genau wüssten, was zu Migräne führt. Was der Hintergrund ist. Dass Schmerzmittel nur übertönen. Dass die tiefere Ursache beseitigt werden müsste. Und so lesen wir:

  • Magnesium über 1,0 mmol/l im Blut
  • Tryptophan-Spiegel oberer Normbereich
  • Täglich ein Stundenlauf im Wald.
  • Mediation täglich.

Das habe ich der schmerzgeplagten Dame geschrieben und Ihr angeboten, Meditation (klappt sicher nicht) zu ersetzen durch no carb. Würde die Gehirnströme auch verlangsamen. Genau darum geht es nämlich. Und dann wurde ich deutlich. Weil das Leid mich wirklich tief berührt.

Wollen Sie mir wirklich sagen, dass Sie keinen Heilpraktiker finden, der Ihnen Magnesium notfalls mehrmals am Tag spritzt? Die Methode ist seit 1930 bekannt.
Haben Sie wirklich Ihren Tryptophan-Spiegel im Blut bestimmt? Sind Sie im oberen Normalbereich?
Unfair, ich weiß: Laufen Sie wirklich eine Stunde durch den Wald?

Sehen Sie: Mit diesen etwas unwirschen Worten habe ich den Tunnel ganz am Ende ein kleines bisschen geöffnet. Einen Lichtpunkt erscheinen lassen. Ihr klargemacht, dass es offenbar doch einen Weg gibt. Für mich als naturwissenschaftlichen Arzt eine völlige Selbstverständlichkeit.

Für Patienten in ihrer eigenen Welt oft unverständlich, eher magisch. Da helfen dann eben nur noch Kommandos. Mach! Tu! Miss! Nimm!

Ach ja: Und über Fluspi 1,5 haben wir auch gesprochen. Eine zusätzliche Möglichkeit. Schulmedizin.

 
 

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