Extrasystolen

02.10.2015
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Gestern haben wir mal einem Patienten zugehört. Also der Person, um die sich eine Milliardenindustrie dreht. Korrektur: Drehen sollte. Die hat sich in meinen Augen längst verselbstständigt. Kreist eher um sich selbst.

Dass dieses „um sich selbst kreisen“ auch für Einzelpersonen gilt, auch für einzelne Ärzte, merkt man genau dann, wenn man den Patienten sprechen lässt. Der soeben solch eine Begegnung Patient/Arzt hinter sich hat. Darf ich?

Seit einiger Zeit habe ich Tachykardien und des öfteren Extrasystolen. Dann bin ich zum Hausarzt – Problematik geschildert. Es wurde wie üblich ein Labor angefordert (Blutbild, Blutfette… bei der geschilderten Problematik???)  - na ja, dann sprach ich ihn, den Hausarzt, darauf an, ob man nicht auch Kalium und Magnesium messen könne.

Nämlich wegen der von mir geschilderten Problematik, darauf meinte der, dass die Probleme „nichts damit zu tun haben müssen“ (also Kalium und Magnesium).

Wenn ich diese Werte wissen wolle, müsse ich diese selbst zahlen – denn die Krankenkassen zahlen das nicht ohne Verdacht…

Daraufhin habe ich dann veranlasst – auf meine Kosten – das Kalium und Magnesium gemessen wird. Heute Ergebnisse erhalten:

  • Kalium 3,2 mmol/L. Referenz 3,5 / 3,6 – 5,5 mmol/L
  • Magnesium im Referenzbereich.

Anmerkung: Schon falsch. Magnesium im Referenzbereich heißt viel zu tief. Aber lassen wir das.

Weiter im Text des Patienten:

„Meiner Meinung sollte JEDER Arzt wissen, was eine Hypokaliämie (Kalium-Mangel) bedeutet bzw. es sollte grundsätzlich bei jedem gemessen werden…

Ich weiß immer noch nicht, ob die Tachykardien und Extrasystolen von dem zu niedrigen Kalium kommen (muss jetzt zum Kardiologen), aber dass vom Hausarzt von vorne herein so getan wurde, als gäbe es keinen Zusammenhang, empfinde ich schlicht als inkompetent.“

Und dann wird der junge Mann – der sachlich völlig recht hat, aber unser Medizinsystem nicht verstanden hat (habe ich doch bereits mehrfach erklärt), dann wird er politisch. Ganz direkt und deutlich:

„Und eines noch zum Schluss. Wenn ich Ihre „Freunde“ von der DGE immer lese… mit einer „gesunden Mischkost… kommt es nicht zu einem Nährstoffmangel“, da geht mir die Hutschnur hoch – was für ein Dr…“ 

Ich behaupte, ich esse sehr wohl die 5 Mal Obst und Gemüse am Tag, habe trotzdem diesen Wert (diesen Kalium-Mangel) und ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen Probleme haben, die an sich relativ einfach zu beheben wären.“

Relativ einfach? Ja, so kann man das sehen. Mich hat dieses Wissen erst einmal 17 Jahre an der Uni gekostet. Und dann weitere 21 Jahre als hausärztlicher Kassenarzt. Bevor ich dann dieses Wissen als Privatarzt auch wirklich anwenden durfte.

Relativ einfach?

 
 
 

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