Familie Heinz Becker

03.03.2019
 

Ein Gegenentwurf. Eine gänzlich andere Art zu leben. Glück und Erfüllung zu finden. Die andere Art: Diametral entgegengesetzt unserer, also Ihrer und meiner Lebensauffassung. Die ja heute mit dem Stichwort Digitalisierung, also Multitasking, ständige Erreichbarkeit, emotionaler Aufgewühltheit charakterisiert wird.

Familie Heinz Becker. Eine WDR-Serie. Erzählt vom Alltag einer saarländischen Familie.
Sie werden sich nicht wiedererkennen.

Diese Serie kommt ohne Kriminalfälle, Liebeswirren, Intrigen oder Relevanz aus (noch einmal: ohne Relevanz aus!). Becker ist Experte für das große Ganze:


  • Wenn sich in seiner Straße ein Auffahrunfall ereignet, stellt er sich neben die geschädigten Fahrzeuge und erörtert den ganzen Nachmittag lang die Lage, auch wenn er gar nichts gesehen hat.

Becker zeigt, warum die politische Obsession mit sozialem Aufstieg und permanenter Bildung als Zumutung empfunden werden kann.


  • Wer sein Auskommen hat und ein reges soziales Leben führt, ist schon im Mittelpunkt seiner Welt.

SEINER Welt. Nicht DER Welt. Schon vor 2000 Jahren wusste man, dass der Mensch, also Sie und ich, „omphalos täs gäs“ sei. Also der Nabel der Welt. Selbstverständlich sehen und beurteilen wir alles aus und mit unseren Augen.

In „Familie Heinz Becker“ geht es um neuen Teppichboden, den Besuch eines Hallenbades und, wenn es ganz wild kommt (ganz, ganz wild!), um einen Ausflug nach Köln.


OPTIMIERUNG meint hier kein persönlichkeitsverändertes Coaching zur Produktivitätssteigerung, sondern bezieht sich auf eine neue Küchentapete.


Familie Heinz Becker, diese tempolose und alberne Serie, war noch nie so wertvoll wie heute. Hier ermisst man, was die Digitalisierung kostet – unsere Gelassenheit nämlich.

Ach, wenn es doch nur so wäre. Von wegen heute. Von wegen Digitalisierung. Hier geht es um eine Grundeinstellung zum Leben. Die man entweder


  • begnadet geerbt hat (Gene) oder
  • durchgängig alkoholisiert erwirbt.

Diese Weltsicht ist vielen von Ihnen, selbstverständlich auch mir, völlig fremd. Dennoch sollte man sie – so wie andere Kulturen auch – gelten lassen. Vielleicht doch einmal hingucken. Vergleichen und sich angewidert abwenden oder … ein bisschen was davon übernehmen.

Man lernt nie aus.

Quelle: Die SPIEGEL Kolumne „Zur Zeit“ von Nils Minkmar

Diese Spalte Text hat mich seit Monaten beschäftigt. Schlussendlich wollte ich Sie daran Teil haben lassen. Wissen Sie weshalb? Weil sich hier das vierte Bein, die quarta essentia verbirgt. Zur epigenetischen Trias Bewegung – Ernährung – Denken gehört das soziale Eingebunden-sein, im Idealfall die Großfamilie. Sinn und Zweck? Aufgehoben sein, als Resultat Gelassenheit.

GELASSENHEIT!