Feldenkrais

27.08.2009
Drucken
 

war Doktor der Physik. Und Judolehrer. War also intelligent und wusste, was ein Körper ist. Höchst seltene und glückliche Kombination. Und hat die Feldenkrais-Methode entwickelt. Heißt in meiner Sprache:

  • Raus aus dem Schmerz
  • Leicht laufen wie ein Reh

Schwer mitzuteilen. Heißt wohl: Es ginge auch ... anders. Es ginge auch ... leichter. Wir sind einfach "in uns festgehalten". Und wissen gar nicht, dass es andere Welten, Körperwelten gibt. Verstehen Sie sofort, wenn Sie die folgende hübsche kleine Geschichte lesen:

Feldenkrais reiste viel mit dem Zug. Saß im Abteil einem jungen Mann gegenüber, der in einem Buch las, dieses aber verkehrt herum hielt. Daraufhin Feldenkrais: "Was machen Sie mit dem Buch?" Der junge Mann: "Das sehen Sie doch, ich lese es". Feldenkrais: "Aber Sie halten es doch verkehrt herum!" Der junge Mann: "Ja, ich weiß, es gibt studierte Leute wie Sie, die sind sehr klug und hochintelligent, aber lesen können sie nur, wenn sie das Buch in eine bestimmte Richtung halten".

Schon kapiert? Also gut: Der junge Mann war arm aufgewachsen. Sehr, sehr arm. Der Lehrer besaß von jedem Buch nur ein Exemplar. Also saßen die Kinder im Halbkreis vor dem Lehrer. Der hatte das Buch vor sich liegen und las ihnen daraus vor. Und so lernte der junge Mann ... Bücher verkehrt mitlesen. Das geht selbstverständlich genau so gut wie nach der üblichen Methode. Aber wenn wir, wenn Sie so etwas sehen, halten Sie es zunächst für unmöglich, weil sich die Art, wie Sie lesen, so sehr in Ihr Bewusstsein eingebrannt hat, dass alle andere Möglichkeiten ausgelöscht sind.

Feldenkrais zeigt Ihnen andere Möglichkeiten. Raus aus dem Schmerz. Und laufen, viel, viel leichter.

 

PS: Dazu gibt's Mai 2010 ein Seminar auf Mallorca. Folgt.