Freude über Freude

07.10.2010
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Da gibt's merkwürdige medizinische Fachzeitschriften. Auf der rechten Seite die typische Pharma-Anzeige mit dem roten Banner: "Bei Alzheimer: "Reminyl". Also eine Tablette. Wohl bekomms.

Und auf der linken Seite die fette Überschrift: "Die Formel gegen Demenz:

Sport, Gelassenheit, viel Obst und Gemüse"

Auffälliger Gegensatz. Wissen Sie was hier passiert? Die Drohmedizin wird ganz, ganz langsam von der Frohmedizin abgelöst. Auch in medizinischen Fachzeitschriften. Ist das nicht herrlich?

Und dann folgen aber auch die wissenschaftlichen Studien: Der Bluthochdruck würde zur Verblödung führen. Bei 140 mm/hg war die Demenzrate (bleiben wir höflich) verdoppelt, bei höheren Werten um 400% erhöht. Bluthochdruck also. Etwas Furchtbares.

Diabetiker würden doppelt so oft eine Alzheimer-Demenz und sogar 2,5 mal häufiger eine vaskuläre Demenz (bedeutet Verkalkung) bekommen. Erhöhter Blutzucker also.

Chronischer Stress sei besonders schädlich: Pflegende Angehörige von Alzheimerkranken hätten ein sechsfach höheres (600%!) Demenzrisiko. Wird erklärt damit, dass der Stress das Immunsystem stört und zu chronischen Entzündungen führt. Tatsächlich verläuft auch die Verblödung beim Alzheimerkranken mit häufigen Infekten viel schneller als beim Patienten ohne Entzündung.

Und als Lösung wird vorgeschlagen Sport und gesunde Ernährung. Bei bewegten Menschen sei die Demenzrate um 45-60% geringer. Und wer genetisch korrekt (ungefähr) essen würde, hätte 40% weniger Demenzrisiko. Also Verblödungsgefahr (Arch Neurol 2010, 67:699).

So mag ich's: Auf der linken Seite Frohmedizin untermauert von harten Fakten, auf der rechten Seite die Pharmaindustrie. Bleiben wir fair: Irgendjemand muss die Zeitschrift ja bezahlen.

 

 

 

 
 
 

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