Früherkennung

24.05.2011
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Eine gute Idee. Vorbeugen, um später nicht zu leiden. Rechtzeitig hingucken. Der gesunde Menschenverstand hält diese Vorstellung für vernünftig.

Ging mir auch so. Bis ich von einem Gerichtsurteil gehört habe. Da wurde eine Arzthelferin eines Linzer Frauenarztes zu 5 Monaten auf Bewährung und 700 Euro Geldstrafe verurteilt. Was die getan hatte?

Die hat 99 Patientinnen den Krebsbefund nicht mitgeteilt. 6 Jahre lang. Halt, halt: Noch einmal ganz langsam: Zur Früherkennung beim Frauenarzt gehört der Abstrich am Muttermund. Der PAP-Abstrich. Zur Früherkennung des Zervix-Carcinoms. Einfache Untersuchung, sehr vernünftig.

War also bei 99 Patientinnen auffällig. Verdächtige Krebszellen. Nur war die Arzthelferin sehr sensibel. Die fand einfach nicht den Mut, den Patientinnen dies telefonisch mitzuteilen. Hat's unter den Tisch fallen lassen.

Entsetzt hat man die 99 Patientinnen selbstverständlich - 6 Jahre später - angeguckt. Untersucht. Ergebnis:

Bei keiner einzigen Betroffenen ist durch die Verschleppung der Behandlung Schaden entstanden. Im Gegenteil: Die meisten Krebsstufen waren bei der Nachuntersuchung verschwunden.

Nur in sechs von 99 Fällen war ein Konisation erforderlich. Also eine Gewebsabtragung.

Hatte die Arzthelferin einen Engel? Hat der 99 mal Angst, Leid, Schrecken, schlaflose Nächte ... erspart?

Nach dem Urteil übrigens hat eine der "betrogenen" Patientinnen die Arzthelferin umarmt. Sich "überschwänglich bedankt" mit den Worten: "Wenn Sie damals den Befund nicht hätten verschwinden lassen, wäre ich operiert worden und hätte mich einer Krebstherapie unterziehen müssen". Das also ist Vorsorge. Moderne Medizin. Drohmedizin.

Frohmedizin hieße - natürlich auch rechtzeitig - Laufen, genetisch korrekt essen und Stress weg atmen. Dann sollten solche Zellen gar nicht erst entstehen. Sie haben die Wahl.

 

 

 

 
 
 

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