Fünf mal täglich

26.02.2010
Drucken
 

Erinnern Sie sich? Um die Vitaminversorgung der Bevölkerung zu verbessern, wurde die Kampagne "Five a day" in den USA erfunden. In allen Schulen, auf riesigen Plakaten, im Fernsehen, im Radio wurde für Five a day geworben.

Die Kampagne begann 1991. Und endete 1997. Ergebnis: Aßen die Amerikaner zu Beginn (angeblich) 3,8 mal am Tag Obst und Gemüse, waren es sechs Jahre später lediglich 3,9 mal. Es hatte sich also nichts, gar nichts geändert.

Die Kampagne ist inzwischen eingestellt.

Halt, halt: Nicht in Deutschland. Sie wissen ja, dass amerikanisches Wissen so etwa 10 Jahre später in Deutschland ankommt. Also begann die DGE, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung im Jahr 2000 eine gleichnamige Kampagne.

Jetzt kommt's: "Eine Evaluation dieser Kampagne ist bisher allerdings nicht vorgesehen". Heißt genauer: Der Erfolg ist ausgeblieben. Auch in Deutschland hat sich am Essverhalten nichts geändert. Die Kampagne ist still und heimlich gestorben.

Und dennoch hören Sie heute täglich auf Kongressen, in Volkshochschulen, lesen Sie in der Presse, hören Sie bei Frau Maischberger, dass die Vitaminversorgung der Deutschen gewährleistet ist. Wir müssten eben nur ausgewogen essen.

Wenn schon eine gezielte, begrüßenswerte Kampagne mit Riesenaufwand völlig versagt, sollte man Tatsachen doch einmal ins Auge sehen. Es gibt keine ausgewogene Ernährung in Deutschland.

Kann es schon naturwissenschaftlich nicht geben laut Focus April 2002.

Weshalb ich das langweilige Thema wieder aufgegriffen habe? Weil mir soeben ein bekannter Internist versichert hat, dass zusätzliche Vitamine völliger Unfug seien. Ein Internist, der den Darmkrebs soeben hinter sich hat. Dass man Darmkrebs weitgehend (75%) mit Multivitaminen verhindern kann, ist wissenschaftlich bewiesen.

Des Menschen Seele ist unergründlich.

 
 
 

News Schlagwörter