Für die kleinen Gemeinheiten

05.01.2009
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in Deutschland ist der SPIEGEL zuständig. In der Ausgabe zum Jahresende 52/2008 finden wir auf Seite 115 eine elegante Aussage über Essverhalten und Gehirn. Nämlich:

„Bei regelmäßigen Fressattacken geht es dem Denkorgan aus bisher noch ungeklärten Gründen sogar an die Substanz. Das jedenfalls lässt eine Kernspin-Untersuchung von Übergewichtigen fürchten: je mehr die Probanden auf die Waage brachten, desto weniger wog Ihr Gehirn“

Dumm aber auch. Ein Faktum. Glaubhaft? Zum Glück fallen einem beruhigende Gegenbeispiele ein, wie zum Beispiel unser Umweltminister Gabriel.

Der im Bundestag, vom Rednerpult ganz offiziell den Satz geprägt hat „lieber dick als dumm“. Und er ist schließlich Fachmann.

Ja, wie ist denn das mit dem Gehirn-Gewicht? Sie wissen alle, dass die Gehirnzellen selbst etwa 500 Gramm wiegen. Nur ... die sind für sich wertneutral. Zu nichts nütze. Entscheidend sind die Verknüpfungen, die Verbindungen der Gehirnzellen. Die Neuronen. Unser Datenspeicher. Unser Gedächtnis. Und das wiegt immerhin 1 Kilogramm.

Laut SPIEGEL bei Übergewichtigen eher nicht. Eine in unserer Gesellschaft politisch unkorrekte Aussage. Selbst wenn im Kernspin bewiesen. Erinnert so an Professor Kern, Uni Lübeck, der bei Übergewichtigen weniger, für das Gedächtnis entscheidende Insulin-Rezeptoren im Gehirn nachweisen konnte. Und der daraufhin den Satz prägte „ je dicker, desto schlechter das Denkvermögen“ (www.strunz.com, 30.12.06).

So darf man in Deutschland nicht forschen. Denn, bleiben wir fair: neben der Masse des neuronalen Netzes gibt es ja wohl auch noch Qualität. Inhalt.

Und Qualität misst das Kernspin nicht. Also kann Minister Gabriel sehr wohl recht haben. Kann.

 
 
 

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