Für verrückt erklärt

20.06.2011
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Es ist keine Kritik, sondern eine liebevolle Feststellung, wenn ich meine, dass die Medizin schläft. Und nur ab und zu aufschreckt. Natürlich erst mal jeden, der sie, die Medizin aufschreckt, für verrückt erklärt. Vorsichtshalber.

Da gibt's heute tatsächlich Menschen, die glauben, dass man Krankheiten mit Licht übertragen kann. Genauer: Dass Ihre Gene durch elektromagnetische Wellen beeinflusst werden können. Also mit Licht. Natürlich verrückt. Aber lassen Sie mich einmal einen kurzen Blick zurück wagen:

  1. Für völlig verrückt erklärt wurde jeder, der vor 1675 behauptet hätte, Krankheiten würden durch unsichtbar winzige Lebewesen übertragen. Man stelle sich vor: Unsichtbar winzig! Lebewesen! So ein Quatsch. Nur kam dann A. van Leeuwenhoeks und fand die Bakterien.
  2. Für völlig verrückt erklärt wurde jeder, der vor 1892 behauptet hätte, dass Krankheiten auch durch noch viel viel kleinere Nicht-Lebewesen übertragen werden können. Durch kleine Kristalle. Natürlich völliger Quatsch. Bis dann eben D. Ivanovsky kam und die Viren entdeckte. Kristallisierte Vererbungsprogramme.
  3. Stanley Prusiner wurde lange tatsächlich für verrückt erklärt, als er 1982 (wie lange ist das her?) behauptete, dass auch winzig kleine Eiweißteilchen ohne jede Erbinformation (man stelle sich vor!) Krankheiten verursachen, übertragen und verbreiten könnten. Grober Unfug. Bis er dann später den Nobelpreis für die Entdeckung dieser Prione bekam.
  4. Kürzlich habe ich Ihnen von einem Dr. Kremer erzählt. Der da so merkwürdige Weisheiten über die Gene von sich gab. Über die RNA. Welche Antennen tragen müssten, um Information überhaupt übertragen zu können. Antennen haben ja wohl etwas mit elektromagnetischer Strahlung zu tun.

    Tatsächlich gibt es inzwischen Messungen, die beweisen, dass das DNA-Molekül (Ihre Gene) Lichtpartikel aussendet und auf der Aufnahme von Licht reagiert.

    Also auf elektromagnetische Wellen. Auf Energie. Auf Energiefelder, die ja seit dem Urknall unablässig das Universum durchströmen.

  5. Gedankensprung zum Nobelpreisträger Schrödinger, meinem zweitliebsten: Es gibt kein Ich. Einbildung. Es gibt nur ein einziges großes Ich und Sie bilden sich für ein paar Jährchen auf dieser Welt ein, ein kleines Ich zu haben. Bis Sie wieder im großen Ich aufgehen. In der Ursuppe. Im Energiefeld, welches dieses Universum durchflutet.

    Wie Sie dieses Feld nennen, ist dem Feld völlig gleichgültig.

Zeitnahe Anmerkung: Hochspannungsmasten genau wie das Handy versorgen uns ja seit allerneuestem mit ganz tollen elektromagnetischen Wellen. Ganz sicherlich kümmert sich die Industrie darum, dass die uns gesund belassen. Unsere DNA-Moleküle freundlich behandeln. Ganz sicher.

PS: Schrödinger: "Was ist Leben" Piper-Verlag. Die letzten 6 Seiten.

 

 

 
 
 

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