Für’s Glück haben wir Zink

30.08.2014
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Es gibt arme Menschen. Menschen deren Seele leidet. Die tief im Loch sitzen und – gilt als Gesetz – keine Möglichkeit haben, selbst herauszukrabbeln. Heißt übersetzt:

Seit 6 Jahren Ängste, Zwänge, Psychosen, Depression, innere Unruhe, Schlafstörungen, Wahrnehmungsstörungen. Kurz und gut, da stimmt gar nichts mehr. Die arme Seele kennt nur noch Leid.

Selbstverständlich beim Psychiater. Selbstverständlich Tabletten, zuletzt Citalopram (Kennen Sie sicher). Aber Abhilfe? Was tun? Mir hilft gedanklich hier immer der Direktor des Max Planck Institutes in München, Herr Prof. Dr. Dr. Holsboer. Sie erinnern sich: Der Arzt, der zuerst einmal etwas Gescheites studiert hat. Nämlich Chemie. Und der solche Zustände klar und sauber „Stoffwechselstörungen“ nennt. Das Leid sei in der Biologie begründet.

Heißt bei mir Molekularmedizin. 

Schon vor drei Jahren habe ich der armen Seele erklärt, dass er zwar genügend Tryptophan (Vorstufe von Serotonin, unser Antidepressivum, unser angstlösendes Hormon, der Stoff, der durch Citalopram ja angereichert werden sollte --- sollte!), dass er also genügend Tryptophan esse, es aber eben nicht in Serotonin umwandele. Es würde ihm Zink fehlen. Ganz konkret: Sein Zinkwert 0,74. Normal 0,78 bis 1,43. Dass ich persönlich 1,62 habe, wird Sie nicht verwundern. 

Denn ich wünsche mir möglichst viel Serotonin. Möglichst viel Souveränität, möglichst viel Abstand. Glauben Sie nur nicht, dass ich nicht auch wie jeder meiner 160 000 Kollegen jeden Tag buchstäblich gequält werde. Von Ihnen. Aber zurück: heute kommt die Mail des Tages. Lässt meine Seele hüpfen. Freuen Sie sich mit:

„PS: Es geht mir übrigens seit einer Woche hervorragend!!!
Und zwar über Nacht! Habe meine Zinkdosis eigenmächtig nochmal erhöht und anscheinend den Serotoninspiegel hochgetrieben. Zwänge. Ängste und Panikattacken verschwunden!!! Schlaf tief und erholsam. Melatonintabletten nun überflüssig.
Citalopram wird nun langsam ausgeschlichen.
Kann noch sooooo vielen Jahren nun endlich wieder arbeiten.“

Der junge Mann hat einen gedanklichen Sprung gemacht. Und damit seine Seele gerettet, aus dem tiefen Loch in die Sonne gehievt: ER hat – wohl erstmals – experimentiert. Hat mehr Zink genommen. Hat das Prinzip also begriffen, das Prinzip, dass es keine Normaldosis gibt. Dass jeder Mensch selbstverständlich eigene Normalbereiche hat. Und dass man manchmal experimentieren muss.

Einem Sportler, einem Leistungssportler eine völlig Selbstverständlichkeit. Der experimentiert täglich mit seinem Körper. Durch verschiedene Trainingsarten und Intensitäten. Der würde auch mit Vitaminen experimentieren können.

Sie haben soeben ein großes Geheimnis kennengelernt. Genau dieses „Ausprobieren“ bestimmt mein  Leben seit über 30 Jahren. Täglich. Und nur deshalb kann ich mitreden. Nur deshalb kann ich guten Gewissens meine Kollegen Ärzte korrigieren. 

Eine meiner frühesten Erinnerungen, so im sechsten, siebten Lebensjahr war ein Chemiebaukasten. Der hat mich Tag und Nacht beschäftigt. Und einmal beinahe umgebracht. Hat sich dennoch gelohnt: Lesen Sie diese überglückliche Mail doch einfach nocheinmal.

 
 
 

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