Fürsorglich ist er,

20.09.2010
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der Peter Greif. Kümmert sich um seine Läufer. Macht sie nicht nur schneller, sondern versucht, auch Schaden von ihnen zu wenden. Indem er sich ständig informiert, liest und nachhakt.

Da landet auf seinem Schreibtisch eine Studie aus der Charité Berlin, in welcher bei 78 Marathonläufern nach dem Lauf Blut abgenommen wurde. Und sich gefährliche Entzündungswerte und ganz besonders gefährlich, ein hoher Troponinspiegel fand.

Muss man wissen, dass bei Verdacht auf Herzinfarkt in jeder Klinikambulanz Troponin bestimmt wird. Ist es hoch, spricht das für Infarkt. Denn Troponin gehört in die Zelle und nicht ins Blut. Erst wenn die Zelle durchlässig wird, zerstört wird, findet man viel Troponin im Blut. Logisch.

Und genau das fand man bei den Marathonläufern. Ist also Marathonlauf lebensgefährlich?

Tja. Man könnte ja weiterlesen. Im Juli 2010 gibt es zum gleichen Thema eine Studie von der Uni London. Die das mit der Entzündung und dem Troponin nach dem Marathonlauf bestätigt haben. Die dann aber nicht bei der Panikmache stehengeblieben sind, sondern die Herzen dieser Läufer genauer untersucht haben. Mit Magnetresonanz. Und festgestellt haben, dass

"die gefährlichen Blutwerte zwar ansteigen, aber am Herzen selbst keinerlei Funktionseinschränkung, keinerlei Entzündung, keinerlei Vernarbung nachweisbar ist".

Als ob das nicht schon alles bekannt wäre: Wenn Sie arbeiten (wirklich arbeiten), wenn Sie also körperlich arbeiten, passiert das gleiche natürlich am Bizeps. Die Muskelzelle wird "leicht verletzt". Bekannt als Muskelkater. Im Blut misst sich Entzündung und Muskelenzyme (entsprechend Troponin). Erwünscht. Darauf baut der Trainingseffekt.

Ich wünsche uns Sportlern etwas mehr Souveränität. Lassen wir die Wissenschaftler messen und entsetzt murmeln. Wir wissen, was uns gut tut. Wir wissen zutiefst, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

 

 
 
 

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