Geborgenheit

22.06.2010
Drucken
 

Mein Lieblingsthema sind Kinder. Je älter ich werde, desto mehr. Weshalb? Weil Kinder (noch) echt sind. Und weil man genau deshalb von Kindern Wahrheit lernen kann.

Höre ich soeben von einem Zweieinhalbjährigen. Der - das erste mal in seinem kurzen Leben - auf seine Ohren deutete und sagte: "Mama, weh." Ohne zu jammern.

Mama nimmt Kind mit zum Doktor. Der findet "ausgeprägte Mittelohrentzündung. Hochgradig vereiterte Mandeln. Bronchitis". Da hätte ich eigentlich ein laut schreiendes, jammerndes Kind erwartet. Sie wohl auch.

Frage ich mich also: Weshalb ist dieses Kind anders? Da gibt's zwei Antworten. Die eine ist vordergründig

Mutter berichtet oder beklagt, wie Sie wollen, dass das Kind "nur Fleisch und rohes Gemüse" essen würde, wenn man es ließe. Also genetisch korrekte Kost. Fragt sich, weshalb man es nicht lässt. Nun ja.

Die zweite Antwort ist ein bisschen umfassender. Dazu muss man die Familie kennen. Die Atmosphäre. In kurzen Worten: Freude. Liebe. Genauer: Das Gefühl der Geborgenheit. Die Kinder fühlen sich aufgehoben. Fühlen sich sicher.

Drewermann würde sagen: Ohne Angst. Deshalb hat das Kind trotz hochgradiger Entzündung nicht gejammert.

Hab ich Ihnen nicht einmal erzählt, dass es 30.000 Krankheiten gibt? Aber eben nicht 30.000 Gesundheiten, sondern nur eine? Ist das nicht komisch? Dass es vielleicht tatsächlich nur eine Krankheit gibt? Na, was glauben Sie, wie die heißt?

Angst. In meiner Sprache: "Fehlende Geborgenheit".

PS: Vielleicht verstehen Sie jetzt den Sinn der Meditation besser. Oder der langen, meditativen Läufe. Oder von Magnesium, dem Salz der inneren Ruhe. Oder von Tryptophan, was uns angstfrei macht ...

 
 
 

News Schlagwörter