Gehirnjogging

16.01.2009
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ist Mode. Gebrauchsanleitungen finden Sie heute in jeder Frauenzeitschrift. Aber wie viele der Leser setzen sich jetzt hin und üben ihr Gehirn? An Denksportaufgaben. Täglich.

Täglich! Denn sonst hat's ja wohl keinen Sinn.

Die modernste Gehirnforschung ist - ein Glück - viel weiter. Und hat heute den Satz geprägt

Jogging fürs Gehirn effektiver als Gehirnjogging.

Nachzulesen in dem äußerst geglückten Buch Richter-Heilmeyer „Gesund durch Stress“. Heißt also, dass Gehirnjogging ja nicht schlecht ist – wenn's denn wirklich getan wird – dass aber viel effektiver fürs Gehirn das Joggen sei. Das tägliche Laufen.

Die wesentlichen Erkenntnisse hierzu stammen, wie Sie wissen, von Professor Hollmann, Köln. Der bewiesen hat, dass das Laufen, dass muskuläre Arbeit – auch wenn dies lange bestritten wurde - die Gehirndurchblutung und den Gehirnstoffwechsel beeinflussen: Jede kleinste Anregung der Gehirndurchblutung führt automatisch zu einer Mehrproduktion von Hunderten biochemischen Substanzen.

Hört sich so trocken an. In meiner Sprache: Laufen macht glücklich. Produziert nämlich Glückshormone. Laufen macht wach. Produziert Antriebshormone. Laufen macht jung. Produziert Jungbrunnen-Hormone (HGH, IgF I). Alles längst erwiesen. In der medizinischen Wissenschaft längst bekannt. Aber haben Sie das auch innerlich begriffen? Verinnerlicht?

Kommt hinzu, dass tägliches Laufen auch die Plastizität des Gehirnes (auch dies neu) fördert, was heißt, dass bis ins höchste Alter neue Nervenzellen gebildet werden, neue Dendriten (Fortsätze) sprießen und mit ihnen die Synapsen-Tätigkeit gefördert wird.

Für Sie alles Standardwissen. Wenn Sie wüssten! Vor mir liegen Physiologiebücher, in welchen das einfach nicht gewusst wird. Die Gehirndurchblutung, so heißt es da, lässt sich nicht steigern.

Muss ich immer lächeln: Laufen Sie doch mal eine Stunde durch den Wald und ... Sie wissen mehr als diese Physiologie-Bücher.