Gespräch mit einem Hausarzt

26.08.2013
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Konnten Sie kürzlich (am 12.04.13) im Forum lesen. Ich möchte nicht behaupten ein typisches Gespräch, aber immerhin wird es geführt. In deutschen Arztpraxen. Streng nach den Richtlinien der DGE.

Eine Gesellschaft, die immer noch, auch von Ihnen, gründlich unterschätzt wird. Sie wissen hoffentlich, dass Ihre Kinder in der Schule schon frühzeitig gesteuert werden. Anhand der offiziellen Ernährungspyramide. Deren Basis nun einmal das Brot ist. Kohlenhydrate. Mehr als 50 %. Die gleiche Gesellschaft beklagt und wundert sich über die zunehmende Fettsucht in Deutschland, über die Diabetes-Explosion. Nun ja.

Zurück zum Gespräch in der Praxis:

"Ihre Blutwerte sind super gut.
Das war bei meinem letzten Besuch vor 4 Jahren nicht so. Da wog ich allerdings auch 102 kg, heute 68 kg."
"Wie haben Sie denn das geschafft?"
"Durch Sport, aber in erster Linie durch weitgehendes Weglassen von Kohlehydraten." "Wie - keine Kartoffeln, kein Brot? Damit hören Sie aber jetzt auf. Da fehlt Ihnen was, das führt zu Mangelerscheinungen. Achten Sie auf eine ausgewogene Kost. Wie sind Sie denn da überhaupt drauf gekommen?"
"Durch Lesen von Büchern und im Internet."
"Diese Internetgurus sind Verursacher von Krankheiten und die Leute sitzen dann mit ihren Problemen vor uns am Schreibtisch."

Mich kann er nicht gemeint haben, mir geht es gut. Mein Gott, da komme ich vom BMI 33, also adipös, zum BMI 22, also Idealgewicht, und höre statt eines Lobes eine Ermahnung. Offenbar gibt es tief verankerte Glaubenssätze, gegen die man nicht verstoßen darf.

Gut erkannt. Es gibt tatsächlich tief verankerte Glaubenssätze. Bitte verstehen Sie, dass all mein Bemühen, das ja manchmal aggressiv klingt, nicht als Vorwurf gemeint ist. Auch ich war tief verankert in diesen Glaubenssätzen. Auch ich habe als wissenschaftlicher Assistent einer medizinischen Universitätsklinik eben nicht von Kohlenhydraten abgeraten. Eben nicht genetisch korrekte Kost gelehrt. Ich gehörte zum Establishment.

Man muss jedem Menschen, auch dem Hausarzt, die Chance zubilligen, sich weiterzubilden und Neues dazu zu lernen. Das einzig Unangenehme daran ist, dass die bekannten falschen Glaubenssätze ja sofort und unmittelbar in Ihrem Leben Auswirkungen haben.

Wenn man dann mit einer vermeidbaren Krebserkrankung ("Brot macht Darmkrebs") vor dem gleichen Hausarzt sitzt, was sagt man dann?

 
 
 

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