Gesundheit: Das höchste Ziel der Politik

09.07.2015
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Da stutzen Sie. Hier werden zwei Begriffe, nämlich Gesundheit und Politik zusammengeworfen, die ja wohl gar nicht zueinander passen. Sie reiben sich die Äuglein. Gesundheitspolitik? Verordnete Gesundheit? Widerstrebt uns.

Gesundheit betrachten wir als etwas ganz persönliches. Betrifft nur uns. Fällt übrigens vom Himmel (wussten Sie nicht?). Wie man Gesundheit ganz anders definieren könnte, als staatstragende Verantwortung, lesen Sie bei Heinrich Kramer „Gesundheit als Prinzip staatlicher Legitimation“. Schon dieser Titel! Kurz nachdenken. Aber dann mal los:

  • Der gesunde Mensch fühlt sich frei und leistungsfähig. Er besitzt optimistisches Rüstungsvertrauen, geistige Kraft und ein stabiles Seelenleben.
  • Gesundheit ist nichts starres, sondern ein dynamisches Verhältnis des Menschen zu sich selbst. Gesundheit will täglich erhalten und gesteigert sein, über Jahre und Jahrzehnte hinweg, bis ins höchste Alter.
  • Gesundheit ist nicht Durchschnitt, sondern gesteigerte Norm und individuelle Höchstleistung. Sie ist sichtbar gewordener Wille, ein Ausdruck von Willensstärke in Dauerhaftigkeit.
  • Gesundheit führt über die Vollendung des Einzelnen zur Vollkommenheit des gesellschaftlichen Zusammenseins. Gesundheit ist das Ziel des natürlichen Lebenswillens und damit natürliches Ziel von Gesellschaft, Recht und Politik.
  • Ein Mensch, der nicht nach Gesundheit strebt, wird nicht krank, sondern ist es schon.

Ei der Daus. Da werden wir natürliche Egoisten, die wir Gesundheit als Privatsache betrachtet haben, ganz klein, ducken uns. Gesundheit als gesellschaftliche Verantwortung?

Bringt mich immer auf den Eid der Beamten. Also unsere Bundesminister. Die da irgend so etwas wie „…mit ganzer Kraft…zum Wohle…“ geschworen haben. Tja: Mit solchen Körpern? Unvergesslich unser Verteidigungsminister, dessen Halsschlagadern zu 90 % verkalkt waren. Also die Blutversorgung des Gehirnes…wo bleibt eigentlich deren Eid? Deren Eigenverantwortung?

PS: Das Buch von Heinrich Kramer wird zitiert von Juli Zeh in „Corpus Delicti“. Als Vorwort. Ich glaube, ich glaube freilich: ist eine Fiktion. Ein Glück!!!

 
 
 

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