Gibt es einen K₂-Mangel?

16.04.2017
 

Auch andere Ärzte sind skeptisch und versuchen, bittere Wahrheiten hinter Humor zu verbergen. Also ein bisschen angenehm zu verpacken. So lese ich bei René Gräber, Naturheilpraxis, ein paar vergnügliche Sätze zur obigen Überschrift.

    „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gäbe es einen K₂-Mangel, wenn es keine Darmbakterien gäbe, die für die Produktion von circa 50 Prozent des Tagesbedarfs sorgen. Allerdings werden nur dann 50 Prozent produziert, wenn die Darmflora intakt ist.

 

    Mit der Einnahme von Antibiotika und dem Verzehr von mit Antibiotika belasteten Fleischwaren nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass die gesunde Darmflora ins Wanken gerät und damit auch die Versorgung mit K₂ zu wünschen übrig lässt. Eine dementsprechende Studie aus dem Jahr 1989 an Patienten mit Leukämie bestätigt diesen Zusammenhang.

 

    Wenn man dann noch „modern Essen“ geht (d. h. Fastfood, Imbiss und so weiter), dann ist auch von dieser Seite sichergestellt, dass kein Vitamin K₂ oder auch K₁ in den Organismus gelangen.“

 

Da legt jemand den Finger in die Wunde und bohrt noch darin herum. Denn mit der „gesunden Darmflora“ beschäftigen sich ja nicht ohne Grund ganze Bestseller-Reihen. Und nicht ohne Grund sitzen mir vier von zehn Patienten mit erheblichen Darmbeschwerden gegenüber. Siehe News vom 24.05.2013, 28.04.2014 und 21.01.2017. Dass K₁ und K₂ sich in ihrer Wirkung unterscheiden, wird uns erst langsam klar. Für uns wichtig:

  • Vitamin K₂ verhindert den Einbau von Kalzium in die Gefäßwand (unerwünscht), lenkt das Kalzium um in den Knochen (erwünscht).
  • Wird damit zum wichtigsten Heilmittel gegen Osteoporose. Nachweislich wirksamer als (wirklich teure) Pharmamedikamente (News vom 29.05.2014).

 

In den Mittelpunkt unseres Interesses ist diese Wirkung von K₂ gerückt deshalb, weil wir ja seit einigen Jahren (!!!) die Bedeutung des Vitamin D entdeckt haben. In den USA jedenfalls mitbekommen haben, dass wir uns mit der richtigen Dosis Vitamin D geirrt haben. Mit 400 oder 800 I.E. War falsch. Denn 7.000 I.E. braucht der Mensch täglich. Die früheren Angaben beruhen auf einem Rechenfehler (News vom 18.05.2015).

Leider noch nicht bis zur DGE durchgedrungen. Den üblichen Kommentar spare ich mir.

Und Vitamin D in der richtigen Dosis, wie sie sich in Deutschland langsam durchsetzt, schleust tatsächlich viel mehr Kalzium in den Körper und dann – genau dann – wird Vitamin K₂ wichtig. Ein Vitamin, das sich um die richtige Verteilung des Kalziums im Körper kümmert. Weg von den Gefäßen, hin in die Knochen.

Quelle: http://www.vitalstoffmedizin.com/vitamine/vitamin-k.html

PS: Auf den Punkt gebracht in diesem Beitrag über Vitamin K von Gräber das Problem der Über-Unterversorgung mit Vitaminen. Auf der vorletzten Seite seines Artikels, wo wir erfahren, dass in Japan zur Behandlung der Osteoporose nicht vielleicht 100 µg, sondern 45.000 µg pro Tag an Vitamin K₂ den Patienten verabreicht werden.

 
 

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