Gibt's den wirklich?

03.08.2012
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Wenn Sie glauben, Ihre Existenz sei bewiesen, nur weil Sie auf Gottes Erdboden herumhüpfen und sich vergnügen... dann sollten Sie einmal kurz nachdenken: Existieren Sie wirklich? Woher wissen Sie das? Oder gibt es uns nur dann, wenn der Mitmensch uns registriert? Uns als Lebewesen akzeptiert?

Uraltes Problem der Quantenphysik. Die Frage auch dort ist, ob man ein Ereignis, ein Atomteilchen erst beobachten muss, um sagen zu dürfen: "Es existiert".

Die Frage mag Sie bisher nie gestreift haben. Mich auch nicht. Bis ich soeben eine Mail eines Arztes, eines Kollegen bekam. Der übrigens - auch für Sie hochinteressant - seine Existenz auf den Kopf gestellt hat mit einem Trick. Der nicht nur seine Seele, sondern auch seine berufliche Praxis sehr glücklich beeinflusst hat, wenn Sie mich verstehen. Wie er das gemacht hat?

Er fing an zu laufen. Und läuft. Und läuft täglich.

Der Arzt hat in seinem Wartezimmer ein Bücherregal. Mit forever young Büchern. Und erzählt:

"Ein älterer Patient, zum ersten Mal in meiner Praxis (obwohl ich seit 3 Monaten Aufnahmestopp für neue Patienten habe, ist der irgendwie durchgerutscht) schaut sich im Wartezimmer um und stöbert in den Büchern.
Seine erste Frage: "Kennen Sie Strunz?"
Ich: "Ja."
Er: "Gibt's den wirklich?"

Ich hätte mich wegschmeißen können vor Lachen. Ich sag nur: Mythos Strunz! Soweit isses schon...

Natürlich schmunzele ich dann. Und sehe das mit einigem Abstand: Mythos? Darf ich endlich abtreten? Pflanzt die Botschaft sich schon von alleine fort?

Ich denke in Bildern: Opa schaukelt Enkel auf den Knien und fabuliert: Damals, vor langer, langer Zeit, gab es mal einen Doktor, der hat mein Leben verändert. Aber ob's den wirklich gab? Gesehen hab ich ihn nie...

Auch die Mondlandung der Amerikaner kennen wir nur aus Bildern. Vielleicht hat die Quantenphysik recht: Nur was Sie persönlich beobachten, existiert. Vielleicht gibt's mich gar nicht.

Übrigens: Danke, Herr Kollege.

 

 

 

 

 
 
 

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