Gicht

06.10.2018
 

Gicht ist quälend. Das plastische Bild dahinter ziemlich scheußlich: Zu viel Harnsäure im Blut, die kristallisiert dann aus und lagert sich in Gelenken ab. Man fühlt so richtig mit, wie sich die nadelspitzen Kristalle in die weiche, empfindliche Gelenkhaut, bohren. Sie verletzen. Resultat Entzündung. Schwellung. Höllische Schmerzen.

Ein Gichtanfall auf einem Segeltörn in der Karibik – Sie sind verloren.

Im Laufe der Jahrzehnte habe ich ein recht einfaches Bild von dieser Krankheit gewonnen und entwickelt: Erhöhte Harnsäure ist praktisch immer genetisch. Können Sie nichts dafür. Auch meine Familie inklusive ich selbst ist betroffen.

Früher haben wir alle gelernt, Diät zu halten. Wenig Purine zu essen. Also zu verzichten auf Fleisch, Innereien, auch Eier.  Der schlimmste Feind, so haben wir gelesen, sei Alkohol. Dann wird die Sache langsam ungemütlich.

Auf Ernährungsberatung bei Gicht habe ich völlig verzichtet. Erkläre Ihnen lieber, wie Sie die erhöhte Harnsäure beseitigen können. Ohne Tablette. Meine persönliche Erfahrung: Durch Trinken. Durch reichlich trinken. Durch noch mehr trinken.

Derzeit 5 Liter täglich. Wie man das schafft? Indem man 5 Liter schwitzt. Ganz einfach. Können Sie jetzt selbständig weiterdenken?
Deshalb betreibe ich Sport auch bei 30 Grad Außentemperatur in langen Beinlingen, mit 3 Jacken übereinander. Ich will schwitzen. Triefen. Und dann meinen Körper reichlich durchzuspülen.
Sehen Sie, deshalb bekommen Rehe niemals Gicht.

Weil Sie mir ja doch wieder nur zuhören und nicht handeln, verschreibe ich bei Gicht tatsächlich gelegentlich Kapseln. Allerdings nur 2 pro Woche. Haben den gleichen Effekt wie täglich. Kann man messen. Tut ein Arzt selten…

Über eine Wunderheilung bei Gicht hatte ich Ihnen einmal berichtet. Einen Brief zitiert. Den ich heute wiederholen möchte:

"Seit ich Ihr Buch "Topfit mit Vitaminen" gelesen habe, bin ich ein neuer Mensch. Lange Zeit
litt ich an Gicht und hatte immer wahnsinnige Schmerzen, obwohl ich Allopurinol bekommen
habe. Nun nehme ich seit über einem Jahr Vitamin E 600 mg. Schon nach wenigen Wochen
hatte ich keine Schmerzen mehr. Ich kann wirklich alles essen und trinken, ohne
Einschränkung".

Mir neu. Gichtschmerzen sind höllisch. Weiß ich von meinem Bruder. Und dass ein einfaches Antioxidans, ein entzündungsstoppendes Mittel wie Vitamin E hier hilft: Macht mich innerlich unruhig. Meine Güte. Wie viel Menschen könnte man mit dieser simplen Nachricht helfen.

Aber es geht ja noch weiter. Der Patient ist ja des Denkens fähig. Wird von uns Ärzten prinzipiell unterschätzt, diese Tatsache. Der Patient schlägt jetzt nämlich vor:

Vitamin E, 600 mg

Verblüfft mich. Vitamin E beseitigt Gicht? Da stimmt etwas nicht. Hier hat natürlich ein anderer Mechanismus gegriffen: Aus der Uniklinik Hamburg weiß ich, dass die dort Rheuma-Patienten mit Vitamin E versehen, um Schmerzmittel einzusparen. Vitamin E nimmt also Entzündung weg.

Der Briefschreiber hat sicher seinen Harnsäurespiegel mit Allopurinol genügend gesenkt. Hat aber immer noch Gichtschmerzen. Denn gegen Entzündung ist Allopurinol nun eben nicht wirksam. Und hier hat dann Vitamin E gegriffen.

Dass der Patient, dankbar, weiter denkt und einen goldenen Vorschlag (Vit. E) macht, verwundert nicht bei dem Leidensweg, den er hinter sich hat.

Mitbekommen? Leidet an höllischen Gichtschmerzen. Bekommt vom Arzt ein Mittel, was den Harnsäurespiegel senkt. Ihm aber die Schmerzen nicht nimmt. Nicht besonders mitmenschlich.

Übrigens: Ich vermute, dass Omega 3 in der richtigen Dosis den gleichen Effekt gehabt hätte. Heißt wieder einmal: Weg vom Rezept-Denken, hin zum Prinzip-Verstehen!

 
 

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