Glia

18.04.2015
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Ist das griechische Wort für Leim.  Für Kitt. Darauf komme ich, weil mir soeben eine Patientin, eine Frau Doktor, von ihrer Sehschwäche berichtet. Sie leide an einem Gliom. Das sind – leider – Gliazellen an der falschen Stelle, nämlich im Augenhintergrund. Für uns Gesunde jedoch hochinteressant:

„Jahrelang glaubte man, die Neuronen seien die Haupttriebkraft im menschlichen Gehirn. Es gibt zwar zehnmal so viele Gliazellen wie Neuronen, aber im Unterschied zu diesen reagieren Gliazellen nicht auf elektrische Stimulation. Darum betrachtete man sie als den strukturellen Klebstoff, der das Gehirn zusammenhält. 

Als wir Schnitte des erhaltenen Gehirngewebes von Albert Einstein untersuchten, fanden wir darin nicht mehr Neuronen als bei einem Durchschnittsmenschen. Allerdings stellten wir fest, dass Einstein eine abnorm hohe Konzentration von Gliazellen hatte.                              

Tatsächlich sind die Gliazellen ein Gehirn innerhalb des Gehirns – welches über chemisches Signal funktioniert. Ein Analogcomputer neben den digitalen Neuronen.                                            

Es gibt verschiedene Typen von Gliazellen. Radialglia, Mikroglia, Schwann-Zellen, die alle die Entstehung, den Unterhalt und das Funktionieren von Neuronen unterstützen und unterhalten.                                                                                       

Doch wenn das Wachstum des menschlichen Gehirns abgeschlossen ist, verwandeln sich Radialglia in einen neuen Zelltypus: Astrozyten, so genannt wegen ihrer Sternform… Und die Astrozyten verbinden sich miteinander zu chemischen Netzwerken – Netzwerke, die auch die Neuronenaktivität kontrollieren. Bedeutet:    

Astrozyten können durch Ausschüttung von Glutamat bestimmte Neuronen stimulieren oder durch die Ausschüttung von Adenosin die neuronale Aktivität herabsetzten.                        

Diese Zellen machen 90% der menschlichen Gehirnleistung aus… Und sind möglicherweise eine Manifestation von Bewusstsein und damit für die Entfaltung von Kreativität und Phantasie verantwortlich.“

Was Sie da soeben gelesen, in sich gehört haben ist ziemlich neu. Ungewöhnlich. Wörtlich zitiert nach dem IT-Fachmann Daniel Suarez. Berühmt geworden durch sein Buch „Daemon“, dann „Darknet“, dann „Kill-Decision“, hier zitiert aus „Control". 

Den Einschub mit dem Gehirngewebe von Albert Einstein halte ich eher für eine romanhafte Erweiterung. Oder sollte es doch eine Tatsache sein?

Fazit: Es gibt ein Gehirn im Gehirn. Glia.