Graue Haare

22.12.2008
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zu bekommen ist Ihre eigene, freie Entscheidung. Sagt der Volksmund. Der so richtig formuliert: „Lass Dir keine grauen Haare wachsen“.

Das Thema ist hochinteressant. Da fiel nämlich meiner Frau (Sie wissen schon: schlau) auf, dass ich persönlich nicht ein einziges graues Haar habe. Mit 65 Jahren. Das sei „nicht normal“.

Was ist normal?

Laut Literatur gehören graue Haare „zum normalen körperlichen Alterungsprozess beim Menschen“. Da werd ich hellhörig. Solche Sätze reizen mich. Und lese nach:

Die Haarfarbe nennt sich Melanin, wird produziert in pigmentbildenden Zellen, den Melanozyten. Dort werden körpereigene Aminosäuren in farbige Pigmente umgewandelt. Hallo! Körpereigene Aminosäuren:

Nämlich Tyrosin, das Folgeprodukt von Phenylalanin, meine Lieblings-Aminosäure. Wenn Sie sich an die Story vom Falklandkrieg erinnern. Phenylalanin macht nämlich wach, konzentriert, leistungsfähig. Weiß jeder Kokainschnupfer. Der stimuliert ein bisschen anders die gleichen Hormone.

Und diese Aminosäure ist für die Haarfarbe verantwortlich. Meine Idee: Kümmer Dich Dein Lebtag immer darum, genügend Tyrosin im Blut zu haben. Hab ich. Ich messe das nämlich in meinem Blut. Und inzwischen bei vielen von Ihnen auch.

Ganz so einfach ist es freilich nicht. Der Körper braucht zur Umwandlung, für diese chemischen Prozesse auch Katalysatoren. Drum finden Sie in der Literatur überall den Hinweis, dass „Vitamin- oder Eisenmangel sehr wohl der Grund für frühzeitiges Ergrauen sein können“. Und da haben die recht. Zum Beispiel B 12-Mangel, sehr häufig bei Ihnen. Nicht bei mir. Ich messe das.

Summa summarum: Wer den forever-young-Ratschlägen folgt, wer sich also um seine Aminosäuren, sprich Eiweiß und um seine Vitamine kümmert, sollte keine grauen Haare bekommen.

Stimmt. Brauch ich nur in den Spiegel zu gucken.

Dahinter steckt natürlich ein allgemeineres, hochinteressantes Gesetz. Sie können ja statt „graue Haare“ jeden beliebigen anderen sogenannten „krankhaften Zustand“ einsetzen. Stimmt immer. Seit ich das verstanden habe, ist das Leben sehr leicht geworden.

Sehr leicht.