Griechenland und die Medizin

03.06.2015
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Verblüffende Parallelen. Gleiches Problem. Gleiche Lösung. Dahinter steht die alte, uralte Weisheit: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein…“.

Mal ganz langsam: Soeben hochinteressantes Interview auf Phoenix. Prof. Fratzscher, Chef des DIW in Berlin. Außergewöhnlich eloquent, sympathisch, klug. Imposante Kopfform. Auf der ganzen Welt zu Hause. Hobby Bungeejumping. Könnten Sie das? Auch nicht?

Analysiert als wirklicher Fachmann das Problem Griechenlandrettung. Den möglichen Grexit. Und weshalb Prof. Sinn unrecht habe: Ein Austritt, eine Abwertung sei selbstverständlich richtig. Richtig dann, wenn Griechenland ausreichend Waren für den Export hätte. Haben die aber nicht. Weshalb nicht? Die hätten keine staatlichen Strukturen. Könnten ja nicht einmal Steuern einnehmen…

Prof. Fratzscher ist Volkswirtschaftler. Wissenschaftler. Der spricht vom Brot. Nun lebt der Mensch aber nicht vom Brot allein…

Der Mensch lebt aus dem Bauch heraus. Wir alle. Auch ich. Auf die Idee, dass unsere südlichen, sonnigen Freunde einfach nicht möchten, mitmachen möchten bei unserer disziplinierten, deutschen Rafferei…Auf die Idee kommt ein Wissenschaftler nicht.

Die wollen nicht. Die leben lieber.

Und das haben die schon immer so getan. Und da kommen wir daher und wollen denen erzählen, wie sie gefälligst in Zukunft zu leben haben?

Das gleiche Problem mit der Medizin. Da kommen wir Ärzte, wir Fachleute daher, nur weil wir Statistiken kennen, und wollen den Menschen sagen, wie sie zu leben haben? Wollen denen die Brötchen wegnehmen? Die Marmelade? Die Pasta?

Keine Chance. Der Mensch möchte genüsslich leben und dann eben – leider – krank werden. Systeme, die ihm das Leben disziplinieren, nur um Krankheit zu vermeiden…??siehe Griechenland.

Ausweg? Ach wissen Sie, das Problem ist uralt. Wurde gelöst schon vor 2000 Jahren. Und zwar nicht mit vernünftigen Vorschlägen (liebe Deinen Nächsten…) sondern mit der Idee, mit der Versprechung des Paradieses. Einem Heilsversprechen. Einer glücklichen, motivierenden Vision.

 

Was glauben Sie, weshalb ich von „forever young“ spreche? 

 
 
 

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