Gute Noten kann man planen

10.02.2017
 

Bei Ihren Kindern. In der Schule. Besonders dann, wenn Ihr Töchterlein, wenn Ihr Sohnemann eigentlich recht vernünftig in der Volksschule begonnen haben, und jetzt am Gymnasium plötzlich… versagen. Rundweg. Nur noch mit schlechten Noten nach Hause kommen. Pubertät? Akuter Pisa-Effekt? Spontane Verblödung? Vererbt? Ich darf Sie trösten: Nichts dergleichen.

Wenn sich ein Zustand merklich verändert – und genau das beschreiben wir hier – dann hat das Gründe. Fassbare, messbare Gründe. Und die liegen häufig im Bereich der Molekular-Medizin.

Darf ich erinnern an die Hamburger Eisen-Ambulanz? Beschäftigt sich mit Kindern, deren schulische Leistungen akut nachließen. Hintergrund praktisch immer ein entleerter Eisenspeicher. Sie sollten wissen, dass Ferritin die Blut-/Hirnschranke durchquert. Also direkt im Gehirn wirkt.

In die gleiche Kerbe schlägt die folgende Studie aus der Uni Newcastle. Die deshalb so wertvoll ist, weil sie ausdrücklich randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert angelegt war. Also höchster wissenschaftlicher Standard. Ich hatte am 25.11.2008  darüber berichtet.

Es ging um 81 Kinder im Alter von etwa 11 Jahren. Denen wurde verabreicht ein Gemisch aus Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren. Sie sollten solch ein Präparat nun wirklich zur Hand haben – besonders wenn Kinder um Sie herumhüpfen. Die kognitiven Leistungen, also Hirnleistung nach 1 Stunde, nach 3 Stunden und nach 12 Wochen wurden studiert.

„Am meisten hat uns überrascht, dass schon 3 Stunden nach Einnahme die Aufmerksamkeit bei der Bewältigung von Aufgaben sich verbesserte“.

Professor David Kennedy stellt fest, dass dies die erste Beobachtung von akuten mentalen Effekten durch Vitamine, Mineralien und Aminosäuren bei Menschen gewesen sei. Da kann ich nur lächeln. Ich hab zwei Kinder. Und das Präparat hab ich auch. Nur dachte ich immer, dass man über Selbstverständliches nicht sprechen muss.

Schlussfolgerung: Wenn Ihr Kind in der Schule deutlich nachlässt, denken Sie bitte nicht an einen akuten Pisaeffekt. An den Unfug hab ich sowieso nie geglaubt. Sondern halten Sie sich an biologische Tatsachen. Wenn essentielle Stoffe fehlen, funktioniert Körper wie auch Gehirn einfach schlechter.

Diese Studie ist tatsächlich der erste wissenschaftliche Beweis für einen 3-Stunden-Blitz-Effekt.

Kommentar: 3 Stunden scheint mir ein bisschen knapp. Mag aber sein. Aminosäuren sind nach 3 Stunden im Blut messbar. Persönlich bin ich da viel misstrauischer. Meine Kinder habe ich jahrelang mit Maracuja-Pulver gefüttert. Der Erfolg gibt den Forschern aus der Uni Newcastle recht: Meine beiden Kinder schreiben mir unablässig höfliche SMS aus der ganzen Welt (Seychellen, Peking, Las Vegas) und kümmern sich tatsächlich ab und zu auch um ihre Doktorarbeit.

PS: Falls ich jemand damit tröste: Ich hab mir Vatersein auch nicht ganz so kompliziert vorgestellt.

 
 

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