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Hass

25.06.2020 | Strunz
 

Eine Urgewalt. Tief archetypisch verankert. Wohl der mächtigste Dämon des Universums. Hass. Blanker, schwarzer Hass. Etwas ganz Fürchterliches…


… für Sie.


Oh nein, oh nein. Ich spreche hier nicht von „liebe deinen Nächsten“. Ich spreche nicht von „du sollst nicht hassen“. Oh nein. Ich spreche vom Gegenteil:


Hüten Sie sich vor dem Hass des Anderen!


Wecken Sie diese dämonische Kraft nicht in Ihrem Mitmenschen. Heißt: halten Sie sich zurück. Benehmen Sie sich. Schlucken Sie ´s lieber runter. Bleiben Sie anständig. Versuchen Sie, möglichst wenig zu lügen oder zu betrügen. Versuchen Sie ´s wenigstens… denn sonst droht Ihnen genau diese


Urgewalt Hass.


Nach dieser kryptischen Einleitung darf ich Ihnen an drei Beispielen verdeutlichen, was ich meine. Was ich persönlich erlebt habe. Daher weiß ich auch, wovon ich spreche.


  • Gymnasium. Heimweg. Ich als armer Flüchtling durch die „reiche“ Hindenburgstraße in Erlangen. Hinter einem Zaun schießt mir ein „reicher“ Junge mit der Steinschleuder einen Kiesel an den Kopf.
    Ich habe keine Chance. Kann mich nicht gegen sozial Höhere wehren. Hatte ich längst begriffen. Hab ihn angeguckt – schwarzer Hass – und plötzlich war der umgeben von einer schwarzen „Hülle“, wie Rauch. Einen kurzen Moment.

    Sechs Wochen später wurde dieser Junge auf einer Klassentour über einen Gletscher … vermisst. Nie mehr wieder gefunden. Bleibt nur Gletscherspalte.

    Bei der Trauerfeier im Gymnasium hatte ich plötzlich wieder das Bild vor mir: Der Bub, in schwarz umkleidet. Tot. Hass.

  • Als Assistenzarzt nachts im Regen zur Klinik. Überquere mit dem Auto die Universitätsstraße. Vorsichtig. Rast von links mit sicher 80 km/h, ohne Licht, ein Auto in mich hinein, schleudert mich zurück auf den Gehsteig.

    Vor Gericht gab der betrunkene junge Mann an, nicht er, sondern seine Freundin sei gefahren. Die war nicht betrunken. Beide haben ´s beschworen. In dem Moment: blanker Hass.

    Seltsamerweise hat der Richter mich mit 100 DM Bußgeld gehen lassen. Der hat die Geschichte wohl auch nicht geglaubt.

    Acht Wochen später begegnet mir der junge Mann auf meinem Krankenhausgang. Blass, abgemagert, schlurfender Gang, im Bademantel. Er hätte Krebs, es sei nichts mehr zu machen…

  • An der Klinik (Los Angeles) haben wir geforscht und gelehrt. Vorlesungen. Der dortige Personalchef, Oberarzt, hat mich – ich war deutsch, er war … – immer auf die „schlechtesten Stunden“ gesetzt. Ich hab begonnen, ihn zu hassen. Sehr intensiv. War damals völlig überarbeitet, überspannt.

    Kurz vor dem Rückflug erfahre ich, dass dieser Oberarzt, ein begeisterter Fußballspieler, sehr sportlich, leider durch einen Unfall querschnittsgelähmt war. Im Rollstuhl saß… Verstanden?

Hass. Eine Urgewalt. Eine dämonische Kraft, archetypisch in uns verankert. Hüten Sie sich, wirklich! Hüten Sie sich, diese tödliche Kraft zu entfesseln. IN IHREM MITMENSCHEN!

Werden Sie bitte von heut an, viel, viel vorsichtiger im Umgang mit Ihrem Nächsten. Sie müssen ihn nicht unbedingt lieben. Aber bleiben Sie höflich, bewahren Sie Contenance und … schreien Sie nicht.

Die Corona-Zeit hat uns ein bisschen was an vorsichtigerem Umgang gelehrt. Schon, weil wir weniger Rudel gebildet haben. Der Mensch braucht ein wenig Platz um sich herum. Schon werden wir im Umgang … verträglicher.

HASS. Ich könnte Ihnen Dutzende von diesen Geschichten erzählen. Ich weiß um diese Kraft.

 
 

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