Homo economicus

13.02.2014
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Also der wirtschaftstreibende Mensch. Das sind wir. Sie und ich. Heute. Kennen Sie den Gegensatz dazu? Das ist der Homo sapiens. Also der kluge, der weise Mensch. Den gab es im Paläolithikum. In der Steinzeit.

Wussten Sie das?

Bevor Sie über diesen Gegensatz ins Grübeln kommen und depressiv werden, lassen Sie sich bitte ablenken. Lernen wir lieber, wie es zu diesem Übergang kommen konnte. Der entscheidende Punkt, der Weg vom sapiens zum economicus war die

andere Ernährung

Und die können wir heute präzise beschreiben. Eine hervorragende Arbeit finden wir in The Open Nutraceuticals Journal 2013, 6, 6-17. Verfasst von 15 Wissenschaftlern aus neun verschiedenen Ländern. Aus Indien, Japan, Korea, Russland, Bulgarien, Slowakin, Polen, England und den USA. Outstanding!

Die stellen also penibel fest, dass zwischen der Ernährung des Homo sapiens und des heutigen Homo economicus gravierende Unterschiede bestehen. Und zwar heute

viel weniger viel mehr
Omega 3 Kohlenhydrate
Vitamine Fette (gesättigt, Transfett)
Antioxidantien Salz
Aminosäuren  


Ausdrücklich festgehalten wird hier noch einmal, dass die gegessene Eiweißmenge 2,5-mal größer war (33 vs. 13 Prozent) bei unseren Vorfahren. Bei den klugen, weisen Menschen. Verglichen mit den heutigen wirtschaftstreibenden Menschen.

Damals, vor zehntausend Jahren, basierte unsere Ernährung auf einer großen Menge verschiedener wilder Pflanzen. Heute haben wir Getreide. Getreide, das viel schädliches Omega 6 Fett, viele Kohlenhydrate und wenig gutes Omega 3 Fett und Antioxidantien enthält, verglichen mit den grünen Pflanzen.

Die Menschen heute leben tatsächlich in einem „nutritional environment“, leben also umgeben von Nahrungsmitteln (Aldi, Lidl etc) welche sich vollkommen unterscheiden von denen, die zu unseren Genen passen. Dazu werden 10 Literaturstellen angegeben.

Besonders gemein werden diese 15 Wissenschaftler zum Schluss der Arbeit. Sie schlagen vor, den BMI umzubenennen  in „Mind-Body-Index“ und ihn zur wichtigsten Zahl überhaupt zu erklären: Ein Maß für komplette körperliche, geistige und auch soziale Gesundheit. Denn die würde tatsächlich von der Zusammensetzung Ihres Körpers abhängen.

Anmerkung: Präzise das erzähle ich Ihnen in meiner Praxis seit Jahren. BMI halte ich für die wichtigste, den Menschen charakterisierende Zahl. Auch der ideale Wert ist bekannt: 20 bis 24.

Weshalb die Umdeutung von M in BMI in Mind so gemein ist? Weil hier zu Recht festgestellt wird, dass kein Tier und kein Naturvolk an Übergewicht leidet. Dass also das, was den Menschen auszeichnet, also der Geist verantwortlich ist für diese Krankheit. Das Übergewicht. Essen selbst sei erst zweitrangig.

Jeder, der mit seinem Übergewicht kämpft, weiß um die Wahrheit dieses Satzes.

Fazit: Der Übergang vom klugen, vom weisen Menschen zum wirtschaftstreibenden, zum heutigen war begleitet – in dürren Worten – von viel weniger Eiweiß und sehr viel mehr Kohlenhydraten. Sie wissen, dass genau dieser bedauernswerte, krankmachende Zustand heute von der DGE nicht nur zementiert wird, sondern sogar intensiv gefordert wird: wir sollten statt der heutigen 40 Prozent doch bitte 55 Prozent Kohlenhydrate essen. Und wenn dann ausdrücklich in dieser wissenschaftlichen Übersicht Vitamine und Antioxidantien für genauso wichtig gehalten werden wie Nahrungsstoffe, wenn genau diese zwei Substanzen von der DGE mit „haben wir eh alles genug“ abgetan werden… dann verstehen wir endlich die Rolle der DGE: Mit Gesundheit hat sie nichts zu tun. Sie ist eine politische Gesellschaft.

 
 
 

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