Honig im Sündenfall?

20.08.2016
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Im Paradies waren wir Eins. Mit uns selbst im Reinen. Wir kannten´s nicht anders. Wir waren einfach da, so wie es jedes Tier heute noch ist. Zitat:

  • „…pulsierendes Glück, das wir vergessen hatten: Am Leben zu sein. Weit hinten auf der Wiese hebt ein Reh seinen Kopf und schaut ganz ruhig her. Das Reh hat heute nichts Besonderes vor. Es geht nirgendwo hin. Ist einfach da. Wir nicken ihm zu“.

Gedanken aus der FAZ. Rilke kann’s besser:

  • „Das freie Tier hat seinen Untergang stets hinter sich und vor sich Gott, und wenn es geht, so geht’s in Ewigkeit, so wie die Brunnen gehen“.

Heißt: Mit sich im Reinen. Unbewusst. Genau das war das Geheimnis des Paradieses. Und der Sündenfall? Bewusstsein.

Das war´s.

Nicht mehr rückgängig zu machen (außer mit dem Holzhammer). Und genau jetzt kommt’s drauf an: Sie können das Bewusstsein als Hölle, oder eben doch wieder als Himmel erleben. Liegt ganz bei Ihnen. Sie können eben doch Honig aus dem Sündenfall gewinnen. Noch einmal: Liegt ganz bei Ihnen. Sie haben Ihr Leben selbst in der Hand. Werden Sie von mir immer und immer wieder hören.

Gemeint ist das Folgende: Leid entsteht aus Vergleich. Ausschließlich.

  • Von Schmerz wissen Sie nur, wenn Sie auch einmal „nicht Schmerz“ erfahren haben.
  • Von Leid wissen Sie nur, wenn Sie Glück kennen.
  • Armut wurde mir als Schüler erst bewusst, als ich reiche Mitschüler um mich herum sah.

Leid, also unser tägliches Leid, entsteht durch Vergleich. Sie brauchen Ihr Gehalt nur mit dem der derzeitigen VW-Manager zu vergleichen (soll ich Namen und Zahlen nennen? Ich sammle das!). Da befällt Sie nur noch Hass. Da wird man schlagartig Sozialist. Oder eine Stufe höher: Die Bankenrettung. Von unserem Steuergeld. Und die bezahlen ihre Manager mit Boni, dass einem die Tränen kommen. Für Null-Tätigkeit.

Sehen Sie: Falscher Vergleich. Das sollte Ihre Grunderkenntnis werden. Denn Vergleich an sich, das Tun können Sie nicht stoppen. Sie werden immer mit offenen Augen durch die Welt gehen. Nur könnten Sie diese schlimme Technik des Vergleichens (andere sind schöner, reicher, sogar schneller im Marathon) doch auch zu Ihren Gunsten einsetzen.

Vergleichen Sie sich RICHTIG! Vergleichen Sie sich doch einmal mit den 97% anderen Menschen auf diesem Globus. Mit der äthiopischen Bauersfrau, Mutter von 9 Kindern, 2 sterben gerade zu Hause, das 10.te hat sie im Bauch, die 14 Stunden auf dem Acker schuftet.

Die vielleicht einmal kurz hinter den Busch tritt, ein Kind zur Welt bringt, es abnabelt, und…. weiter arbeitet. Übrigens: Und Sie? Sie legen sich ins weiche Bett. Im Krankenhaus. Für Sie ist ein Kind kriegen eine Krankheit. Fragt sich im Endeffekt, wer glücklicher ist: Die äthiopische Bauersfrau mitten in Leben und Tod oder Sie, die werdendes Leben als Krankheit empfinden. Geburt im Krankenhaus!

Vergleichen Sie sich. Tun Sie sowieso. Aber vergleichen Sie sich mit den Richtigen. Seit ich verstanden habe, was für ein Glück es ist, zwei Beine zu besitzen, teile ich das mit. Sehr häufig Ihnen im Sprechzimmer. Wenn Sie mir allzu sehr jammern.

Dann werde ich laut. Ärgerlich. Und bringe Ihnen bei, sich zu vergleichen: Mit Menschen im Rollstuhl. Mit Querschnittslähmung. Mit Alzheimer. Mit gefräßigem Krebs.

Da werden Sie mir ganz still. Und haben verstanden. Hoffentlich für immer.

Anhang. Weil im SPIEGEL-Gespräch (Nr. 25/2016) der Psychologe Solomon uns erklärt hat, weshalb „die Angst vor dem Tod unser Leben prägt“… wie war das? Wird Ihr Leben von der Angst vor dem Tod geprägt? Doch wohl eher vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, oder? Mir scheint, wir haben hier wieder einmal einen klassischen Psychologen vor uns.

Und weil daraufhin Professor Dr. Hinrichs eine solch wunderschöne Replik beisteuert:

    „Man soll den Tod nicht so aufbauschen, er ist bis jetzt noch jedem ziemlich gelungen“.

Tröstlich. Ich möchte ihm die Hand schütteln, dem Professor Hinrichs.

 
 
 

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