"Ich höre auf meinen Körper...

27.12.2012
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...nicht auf die Ärzte" sprach Ruedi. Ruedi Zweifel. Ein 69-jähriger Rentner aus - na wo wohl - der Schweiz. Heißt ganz praktisch: Letzten September zog er sich nach einem schweren Unfall einen dreifachen Beckenbruch zu. Die Ärzte verschrieben - völlig korrekt - zwei Monate Sportpause. Ruedi saß nach 4 Wochen wieder auf seinem Rade.

Und radelt seither. Täglich. Also nicht so wie Sie am Wochenende, sondern jeden einzelnen Tag seit dem 1. Januar 2012 präzise 10 Stunden. Wie gesagt: Täglich. Hat bisher schon über 80.000 Kilometer in diesem Jahr zurückgelegt.

Noch einmal: Ruedi ist Rentner. 69 Jahre. Früher ist er Porsche-Cup gefahren. Und war Kampfsportler.

In der Zwischenzeit hat er selbst Mailand-San Remo, mit knapp 300 Kilometern einen der längsten Klassiker, mehr als zehn mal bestritten. Wissen Sie, was Ruedi auszeichnen muss? Innerer Antrieb. Das Geheimnis erfolgreicher Menschen. Hierüber würde ich gerne einmal ein Buch schreiben.

Diese geistige Grundhaltung - innerer Antrieb - hat natürlich Nachteile. Man lässt sich leicht ärgern. Von anderen. So hatte Ruedi sich von einem gewissen Beat aus Südtirol ärgern lassen. Der ist nämlich - ein ehemaliger Radamateur - im letzten Jahre 61.025 Kilometer gefahren. Und hat damit - darf der das? - den Weltrekord von Ruedi deutlich verbessert. Der stand bei 44.000 Kilometern im Jahre 2010.

So etwas verträgt Ruedi nicht. Drum wie gesagt: Hört er lieber auf seinen Körper, nicht auf die Ärzte. Und radelt. Täglich 10 Stunden. Sein Ziel: Am 31.12.2012 schlussendlich 88.888 Kilometer oder mehr geschafft zu haben.

Ruedi schafft das. Ich liebe solche durchaus neurotischen Grundstrukturen. Mir sehr vertraut.

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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