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Ich LEBE. Hier. Jetzt.

07.05.2019 | Strunz
 

Bemerkenswerte Sätze in der mail des Tages. Einer jungen Frau, die unterschreibt mit


„ Über 40 Jahre, 3 Kinder, Mann, Hund, Haus, berufstätig und Spaß dabei“


Es ist die Tonart. Es ist das Lächeln, das man hinter diesen Worten spürt. Es ist die Ausdrucksform, die ich mir wünsche im Umgang miteinander. Von uns allen. Und von der ich glaube, dass sie tatsächlich vorherrscht. Unter uns Normalmenschen.
Wird uns von den Medien, also den Journalisten - Sie kennen meine Meinung - ja ganz anders beschrieben. Der tägliche Umgangston. Da graust mich jedes Mal. Eine Zeitung aufschlagen kann ich schon lange nicht mehr ohne Magenschmerzen.

Zurück zur jungen Dame mit den „3 Kindern, Mann, Hund“. Man beachte die Reihenfolge. Immerhin kommt hier der Mann noch vor dem Hund. Das ändert sich häufig mit zunehmendem Alter, wie Sie wissen.

Die Dame bedankt sich. Aus gutem Grund. Bedankt sich bei mir


„für Ihr Lächeln
Ihren Enthusiasmus und
Ihre - fast unheimliche - Fähigkeit zu begeistern“


und fährt fort:


„Hat auch bei mir geklappt. Besonders, wenn es um das Thema Epigenetik geht. Berührt mich nämlich persönlich. Ich habe vaskuläres Ehlers-Danlos-Syndrom. Das heißt, es wurde diagnostiziert. Leiden tue ich nämlich nicht darunter.

Ich gehe entgegen dem ausdrücklichem Rat der Ärzte - Ärzte die erst höflich fragen müssen, wie man Ehlers-Danlos schreibt - 4 x in der Woche Laufen (ich laufe seitdem ich 12 bin, da werde ich nicht mit 40 aufhören) mache 2 schnaufende Kraft-Workouts (sie wissen ja, das Testosteron…) und das Beste: seitdem ich mich so richtig fordere, meinem Körper mitteile, was ich von ihm will und ihn mit NEMs, Yoga und ganz viel Lachen dabei unterstütze:


  • Hat sich mein Körper verändert. Ist meine Haut straffer, glänzender.
  • Fühle ich mich insgesamt wacher, selbstbewußter und schlagfertiger
  • LEBE ich. Hier. Jetzt.

Ach ja, Ehlers-Danlos: Eine Bindegewebserkrankung. Man kann die Gelenke extrem überstrecken, die Haut in Falten abheben, bekommt leicht Blutergüsse, Herz- und Gefäßmissbildungen. Das wollte ich Ihnen eigentlich nicht erklären, sondern: Laut Pschyrembel gehört dazu ÜBERGEWICHT.

Gehört dazu. Genetisch. Kann man nichts machen. Ich wette, die junge Dame ist nicht übergewichtig. Die weiß, was Epigenetik bedeutet: Sie läuft. Sie läuft schon 30 Jahre. Lernen wir Ärzte eigentlich nie?


Bewusst „wir Ärzte“. Sie sollten sich ja auf uns verlassen können. Auf unser Wissen. Können Sie eben nicht. Was wissen Ärzte von Epigenetik? Die Tatsache, dass wir tagtäglich Tausende von Pharmamedikamenten verschreiben, zeigt, dass wir… nichts wissen. Weil wir es nicht gelernt haben. Weil die Schulmedizin meilenweit hinter dem tatsächlichen Wissen der MEDIZIN hinterherhinkt….


Ach ja, die junge Damen fordert mich schlussendlich auf „bitte weiter machen! Sie retten Leben“. Sehen Sie: das weiß ich. Denn ich weiß - genau wie Frau Prof. Kiechle, München - dass sich ihre Krebsrate (ganz allgemein) halbiert dann, wenn Sie laufen. Ich brauch Sie also nur zum Laufen zu bringen und habe bereits „Leben gerettet“. Ich weiß genauso wie Sie, dass 30% aller Krankheiten (persönlich glaube ich: deutlich mehr) von der Ernährung abhängen. Ich brauch Sie also nur zu genetisch korrekter Kost zu drängen? Überreden? Nein….. begeistern! Und rette bereits Leben.

Mit meinem Eid, mit meiner Verpflichtung als Arzt fühle ich mich heute, als Rentner, zunehmend im Reinen. Kann das ihr Kardiologe sagen, der Ihnen - zur Primärprävention! - Statine verschreibt?


PS: Zum Umgangston: Die Schriftstellerin Anke Stelling bekam soeben den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse. Für, laut Jury, einen „scharfkantigen, harschen Roman, der weh tun will und weh tun muss“.

 
 

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