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Ihr Freundeskreis

24.02.2020 | Strunz
 

Sollten Sie wirklich so verwegen sein und mit dem Laufen beginnen, darf ich Sie warnen. Vorher. Rechtzeitig. Laufen macht süchtig.


Häufig erwünscht: Falls auch Sie an der abendlichen Weinflasche hängen und das möglicherweise ändern wollen… Der einzig gute Rat: Eine Sucht kann man nur durch eine andere ersetzen. Und die andere könnte sehr wohl der Marathon sein.


Laufen kurbelt Ihren Stoffwechsel an (Hosengröße!), gibt Ihnen Erfolgserlebnisse (danach unter der Dusche), kann Sie zufriedener und glücklicher machen (Stichwort Endorphine. Falls Sie genügend Aminosäuren besitzen). Kurz und gut: Das stärkste Mittel gegen unsere deutsche Traurigkeit, Missgunst, Häme und Neid ist nachweislich (!) der Ausdauersport. Das tägliche Laufen.

Laufen? Freilich: Der liebe Gott hat uns zwei Beine gegeben. Ursprünglich zwar für Kupplung und Gaspedal, aber dann haben unsere Vorfahren sich eben doch eines Besseren besonnen. Und Sie profitieren davon: Zwei Beine heißt laufen. Heißt übrigens nicht Radfahren oder Schwimmen oder Kraftsport oder irgendetwas. LAUFEN!

Nur: Sie beschweren sich bei mir. Häufig genug. Haben Schwierigkeiten im Freundeskreis. Bei den netten abendlichen Zusammenkünften Schwierigkeiten mit dem angebotenen Essen, mit dem Alkohol. Denn: Sie wollen ja morgen früh, 4 Uhr, 5 Uhr wieder raus in den Wald und … LAUFEN! Ich versteh Sie.

Sie werden das gleiche durchmachen wie ich auch: Ihr Freundeskreis wird erst kleiner, und dann elitär. Man umgibt sich natürlich mit Leuten gleichen Gesprächsthemas: Sport. Fitness. Glück. Energie. Kurz und gut: LAUFEN!

Der  Freundeskreis ändert seine Farbe. Von dick zu dünn. Von griesgrämig zu fröhlich. Von slow zu fast. Auch im Denken, auch im Sprechen. Auffällig!

Weshalb das so wichtig ist? Weil eines der berühmtesten Zitate eines amerikanischen Motivationstrainers lautet:


„Unser Leben ist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen.“


Und wissen Sie was? Das stimmt wirklich. Wenn man lang genug nachdenkt, kommt man darauf. Zwar ist der Ehepartner sozusagen „gesetzt“, und glücklich der, der eine Bergläuferin geheiratet hat (Sie ahnen, ich lächle). Glücklich mein Schwiegersohn in spe, ein Arzt, der eine Balletteuse heiraten wird. Glücklich die Verlobte meines Sohnes, die einen Marathonläufer verwöhnen darf. Das ist also „der eine Gesetzte“. Und die übrigen vier? Denken Sie nach. Und wenn ´s nicht passt, dann ändern Sie ´s! Das ist ernst gemeint.

Oft genug frage ich mich in der täglichen Praxis, wie oft meine Patienten eigentlich leben. Die meisten tun so, als ob sie James Bond wären. Also zwei Mal leben würden. Das erste Mal hätten sie frei… Da hab ich so den leisen Verdacht, dass diese Denkweise schief gehen könnte. Ich jedenfalls lebe nur einmal. Zunächst. Da sollte man möglichst viel richtig machen.

Gemerkt? Ihr Leben sind die fünf Menschen… und Sie leben vielleicht nur einmal. Meine kluge Frau würde hier freilich widersprechen…

 
 

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